Interspar in der City Wiener Genuss-Location

von Britta Rosbach
Donnerstag, 10. Juni 2021
Mehr als 10 Mio. Euro hat Interspar in den Innenausbau des außergewöhnlichen City-Markts investiert.
Interspar/Brunnbauer
Mehr als 10 Mio. Euro hat Interspar in den Innenausbau des außergewöhnlichen City-Markts investiert.
Interspar in der City
Wiener Genuss-Location
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
In einem neoklassizistischen Bankgebäude mitten in Wien hat Interspar einen Parademarkt eröffnet. Im historischen Ambiente will die Spar Austria-Tochter mit einem Genuss-Mix aus Feinkost, Trendfood und To Go-Convenience punkten – und einem ersten À la Carte-Restaurant.



Stuckdecke mit 20 Steinatlanten, ornamentierte Fenster, repräsentative Säulenhalle – im ehemaligen Kassensaal des Wiener Bankvereins tätigt ein Händler heute Spargeschäfte der anderen Art. "Entstanden ist hier im Interspar am Schottentor die Genussattraktion im Herzen Wiens", freut sich Spar-Vorstand Markus Kaser über die besondere Markteröffnung im neoklassizistischen Ambiente.

Ende Mai hat der österreichische Handelskonzern seinen Markt in der repräsentativen Bank-Zentrale eröffnet. Auf knapp 1800 qm Verkaufsfläche legt der Lebensmittelhändler den Schwerpunkt auf Frische, Convenience und Genuss. Das Sortiment besteht laut Unternehmen aus 20.000 Artikeln, etwa 1000 davon wurden extra für diesen Premiumstandort neu gelistet. Neben vielen lokalen und regionalen Manufakturprodukten und Veggie-Artikeln profiliert sich der Standort an den Bedienstationen etwa mit Fleischspezialitäten vom Mühlenhof-Duroc-Schwein oder Wagyu-Rind aus der Steiermark, fangfrischem Fisch aus dem Gut Dornau oder heimischen Garnelen von einer Tiroler Alpenaquafarm.

Für den schnellen Hunger hat der Händler auf rund einem Drittel der Verkaufsfläche in der vorderen "Market Kitchen" warme und kalte Speisen zum Mitnehmen parat – vom belegten Weckerl und Foccaccias über Bowls und Salate bis zum Curry oder Eintopf. Entsprechend liegt der Frischeanteil etwas höher als in durchschnittlichen Interspar-Märkten, heißt es, Details nennt die Pressestelle nicht.

Standortfakten

Adresse: Schottengasse 6-8, 1010 Wien
Eröffnung: 26. Mai 2021
Umbauinvestitionen: über 10 Mio. Euro
Vk-Fläche: 1770 qm
Sortiment: 20.000 Artikel
Mitarbeiter: etwa 160
Kassen: 12 Kassen, davon 8 Express
ÖZ: Mo-Sa 7:30-20 Uhr, So 9-18 Uhr
Restaurant Mezzanine: 86 Sitzplätze, 26 Mitarbeiter,
ÖZ Mo-Sa 7.30-22 Uhr, So 9-18 Uhr
Parken: 2 Stunden gratis in umliegenden Parkhäusern

Letzter Vormieter der repräsentativen Immobilie aus dem Jahre 1912 war die Bank Austria, die 2016 ihr Geschäft am Standort einstellt hat. In über drei Jahren Planungs- und Renovierungsarbeit haben Immobilienentwickler Pema und Interspar den denkmalgeschützten Kassensaal mit viel Aufwand zum modernen Lebensmittelmarkt umgewandelt. Mehr als 10 Mio. Euro hat Interspar in den Innenausbau investiert.

Das bedeutet für den Händler auch zahlreiche Anpassungen im Ladenlayout. Nicht zuletzt ist der Standort der kleinste "Hypermarkt" des Filialisten. Der nächstgrößere Interspar am Wiener Hauptbahnhof hat 2200 qm Verkaufsfläche, das gängige Format liegt bei 2500 bis 4000 qm. "Kein Standard-Regal, keines unserer Sortimentsmodule hat hier hereingepasst", kommentiert Interspar Österreich-Geschäftsführer Johannes Holzleitner. "Wir haben unser Sortiment, den Ladenbau und die Möblierung vollkommen neu geplant, um in diesem kompakten Markt alle Highlights aus den Interspar-Sortimenten präsentieren zu können."

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ob Kühltheken, Kassentische oder Sortimentsschilder, die klassisch-dezente Inneneinrichtung lässt dem Raum seine Wirkung, die Waren leuchten wie Farbtupfer im Gesamtbild. Der Schwerpunkt-Mix aus Feinkost, Trendfood und To Go-Convenience ist auf die City-Kunden im ersten Wiener Bezirk abgestimmt. So sind um die Schottengasse zahlreiche Anwaltskanzleien und Büros angesiedelt, das Hauptgebäude der Wiener Uni und die gut frequentierte U-Bahnstation liegen in unmittelbarer Nähe. Auch viele Touristen kommen am Standort vorbei.

Für sie alle dürfte auch das À la Carte-Restaurant "Mezzanin" eine Anlaufstation werden. Mit der abgetrennten Gastro-Fläche inklusive Bar hat der Händler sein erstes Restaurant in Bedienung eröffnet. Vom Frühstück über den Business Lunch bis zum Abendessen läuft die Location mit knapp 90 Sitzplätzen im Ganztagsbetrieb bis 22 Uhr. Auf der überschaubaren Speisekarte stehen trendgerecht aufgepeppte österreichische Spezialitäten im Preisband von etwa 4 bis 32 Euro, die man auch zum Mitnehmen bestellen kann.

Trotz des außergewöhnlichen Ambientes soll das Preisniveau des Foodmarktes auf dem üblichen Interspar-Niveau liegen, heißt es aus dem Unternehmen. Auch alle Händleraktionen seien am Schottentor gültig. Zu Umsatz- und Frequenzzielen am Paradestandort mit 160 Mitarbeitern macht der Händler keine Angaben.

Das Bankhaus am Schottentor ist nicht der erste imageträchtige Standort, den die architekturaffine Spar-Tochter für ihre Zwecke umgebaut hat. Unter anderem betreibt Interspar Märkte in Mozarts Geburtshaus in Salzburg, in der Nussdorfer Markthalle in Wien und im historischen Kino "Teatro Italia" in Venedig. Insgesamt führt das Handelsunternehmen derzeit 76 Interspar-Standorte, rund 80 Gastronomiebetriebe und acht Handwerksbäckereien.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats