Interview mit Prof. Martin Fassnacht "Omnichannel-Strategien für kundenzentriertes Wachstum"

von Silke Biester
Montag, 02. Juli 2018
Prof. Martin Fassnacht
Julia Berlin/ WHU
Prof. Martin Fassnacht
Die WHU Otto Beisheim School of Management und die Lebensmittel Zeitung haben ein Bootcamp zur digitalen Transformation entwickelt. Die Leitung hat Prof. Martin Fassnacht, Inhaber des Lehrstuhls für BWL. Die drei kompakten Module zu Omnichannel-Strategien, -Marketing und -Sales verbinden Wissenschaft und Praxis.


Herr Prof. Fassnacht, was kann man sich unter einem Bootcamp vorstellen?

Das LZ Bootcamp ist ein einzigartiges Management-Entwicklungsprogramm. Die Teilnehmer werden mit Inhalten aufgeladen, die sie für das Omnichannel-Business brauchen. Schließlich ist die Welt sehr viel komplexer geworden. Probleme, Strategien, Lösungen – alles ist komplex. Wir legen die Basis, um Strukturen und Muster zu erkennen und kundenzentriertes Wachstum zu erreichen.

Ist Omnichannel-Business für jedes Unternehmen sinnvoll?

Auf jeden Fall! Wer auch nur darüber nachdenkt, ob er ohne auskommt, wird in zehn Jahren voraussichtlich nicht mehr am Markt sein.

An wen richtet sich das Camp?

An Führungskräfte aus Handel und Industrie. Vom generalistisch orientierten Top-Manager, der alle drei Studienmodule buchen sollte, bis zur Nachwuchsführungskraft, die sich für ein Thema entscheidet: Omnichannel-Strategie, -Marketing oder -Sales.

Stehen Handel und Industrie vor den gleichen Herausforderungen?

Das digitale Zeitalter erfordert einen zielgerichteten Kundenfokus. Der Machtgewinn durch die Digitalisierung liegt beim Verbraucher. Handel und Hersteller stehen vor ähnlichen Problemen, die Trennschärfe der Branchen verschwimmt. Jeder ist alles. Hersteller nutzen den Direktvertrieb und Händler produzieren selbst.

Die Transformation ist in vollem Gange. Welche Kompetenzen fehlen Managern im Alltag?

Da ist definitiv noch Potenzial. Viele Unternehmen sind zwar digital aktiv, haben Shops und nutzen Social Media. Aber manche machen „irgendwas“, nur um dabei zu sein. Die Strategie orientiert sich an internen Möglichkeiten, nicht am Konsumenten. Die wenigsten können die Frage beantworten, warum sie diesen Weg gehen und warum der Verbraucher ihr Angebot bevorzugen sollte. Oft fehlt den Managern einfach die Zeit, sich analytisch und zielgerichtet mit den Anforderungen auseinanderzusetzen.

Was bringt die Verbindung aus akademischem Wissen und Praxis?

WHU und LZ sind zwei starke Partner, die akademische Excellence und Branchenkompetenz zusammenbringen. In einer komplexen Welt ist es relevant, ein tiefer gehendes Verständnis zu schaffen und die Praxis zu integrieren. In jedem Modul des LZ Bootcamps werden zwei Expertenvorträge und Case-Studies eingebunden. Die Teilnehmer entwickeln aktuelle Omnichannel-Konzepte weiter. Wir unterstützen bei Analyse und Einordnung.

Was unterscheidet das Bootcamp von anderen Angeboten?

Ganz ehrlich: Es gibt nichts Vergleichbares. Wir haben gesucht und nichts gefunden. Das Besondere: Akademisches Wissen wird auf die Lebensrealität übertragen. Das ist geballter Input bei überschaubarem Zeitaufwand von maximal drei Tagen. Das Konzept ist bedürfnisadäquat auf die Konsumgüterbranche zugeschnitten. Außerdem sollte man den Nutzen des Events als Networking-Plattform nicht unterschätzen. 

Information und Anmeldung: www.lzbootcamp.de

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats