Jahresauftakt "LZ Open" Wie die Branche die "Mission Digital" angeht

von Manuela Ohs
Dienstag, 23. Januar 2018
Der IT-Bereichsvorstand der Schwarz-Gruppe, Christian Müller (l.), im Dialog mit Bernd Biehl aus der LZ-Chefredaktion.
P. von Bruchhausen
Der IT-Bereichsvorstand der Schwarz-Gruppe, Christian Müller (l.), im Dialog mit Bernd Biehl aus der LZ-Chefredaktion.
Disruptives Denken in der FMCG-Branche, agiles Handeln im LEH und neue Führungsprinzipien, die den Change-Prozess im Unternehmen vorantreiben - beim Jahresauftaktsummit LZ Open in Berlin erklären Top-Referenten aus Handel und Industrie, wie sie die "Mission Digital" meistern.

"Mission Digital", das Motto des ersten LZ Open, ist Programm: denn auch wenn das Thema nicht neu ist, es stellt Unternehmen zunehmend vor große Herausforderung, sei es durch wandelndes Konsumverhalten oder neue Technolgie-Standards.

"Kooperationen sind heute wichtiger denn je", ist Rahmyn Kress, Chief Digital Officer bei Henkel, überzeugt. Zum Auftakt des zweitägigen LZ-Open-Summits erklärt der Manager, dass Henkel dabei nicht nur mit Handelspartnern und Technologie-Konzernen zusammen arbeiten will, sondern auch mit Start-ups, die neue Impulse im Markt setzen. Dabei steht für ihn nicht der Investoren-Gedanke im Vordergrund. "Man muss von dem Gedanken wegkommen, immer gleich ein Start-up kaufen oder sich beteiligen zu wollen." Konkrete Kooperationen seien für beide Parteien "attraktiver".

Keinen Trend zu verschlafen, dieses Ziel hat sich auch die Schwarz-Gruppe auf die Fahnen geschrieben, auch wenn sie gerade das Thema Online-Lebensmittel bei Lidl und Kaufland aufgrund der hohen Logistikkosten erst einmal zurückgefahren hat. "Wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt", erklärt Christian Müller, IT-Bereichsvorstand der Schwarz-Gruppe. Darauf könne man zurückgreifen, wenn sich der Markt verändere. "Das was die Kunden wollen, wird die Schwarz-Gruppe auch bedienen."

Die Digitalisierung bringt aber nicht nur Veränderung auf Konsumentenseite mit sich. Wie sehr sich auch die Führungskultur in digitalen Unternehmen geändert hat, beschreibt Google-Manager Christian Bärwind. Während Entscheidungsprozesse in traditionellen Unternehmen häufig auf der Erfahrung des Vorgesetzten aufbauten, sei die Grundlage beim Tech-Unternehmen Daten und Fakten. Mit Bauchgefühl könne man bei Google niemanden überzeugen, so Bärwind.

Doch das Datensammeln hat auch eine Kehrseite für die Gesellschaft, führt Internet-Philosoph Evgeny Morozov aus. Die Macht von Tech-Konzernen wie Apple, Google und Amazon werde immer größer durch die zunehmende Bedeutung von Technologie im Alltag. Dadurch steige auch die Abhängigkeit anderer Firmen und Konsumenten von den Datengiganten.

Am heutigen zweiten Tag des LZ-Open-Summits stehen weitere Top-Referenten aus Handel und Industrie auf der Bühne, darunter Alibaba-Manager Karl Wehner, Rocket-Internet-Mann Alexander Kudlich und Thomas Kohlmorgen von Coca-Cola. Tweets vom Summit unter dem Hashtag #LZopen

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