Kommentar Corona stimuliert Home-Office

von Silke Biester
Donnerstag, 05. März 2020
Nein, niemand möchte, dass sich das Corona-Virus weiter ausbreitet! Weder der Gesundheit noch der Wirtschaft wird das zuträglich sein. Und trotzdem: Könnte das Virus irgendwelche positiven Auswirkungen haben? Vielleicht ja.

Denn urplötzlich denken Gott und die Welt darüber nach, ob und wie man den Betrieb aufrecht erhalten kann, wenn die Mitarbeiter unter Quarantäne stehen. Welche Aufgaben lassen sich auch von zuhause erledigen?

Home-Office wird nicht mehr nur als Ausnahmeangebot für Mütter zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie angesehen, sondern vielmehr als Rettungsanker in der Krise. Glücklich schätzen können sich jene Unternehmen, die sich lange vor der aktuellen Notsituation damit befasst haben, was man tun muss, um Home-Office sinnvoll und erfolgreich einzusetzen.

Dazu gehört der Palettendienstleister Chep, der in einem sechsmonatigen Pilotprojekt die Chancen und Grenzen ausgelotet hat. Dort wurde auch über die Angst diskutiert, dass Beschäftigte ohne Kontrolle zum Müßiggang neigen könnten und wie man dann damit umgeht. Auch wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen: Jeder Mitarbeiter der Kölner Dependance ist heute mit einem Laptop ausgestattet. Anrufe werden automatisch dort hin geleitet, wo sich jemand aufhält. Bei Chep ist mobiles Arbeiten ein Baustein der Strategie, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. HR-Chef Guido Lehnen weiß, dass Mütter als erste von solchen Möglichkeiten profitieren – umso mehr je normaler mobile Work im Team gelebt wird.

Manch anderes Unternehmen fragt sich dagegen noch: Wieviele Laptops haben wir eigentlich? Und dürfen wir die privaten Telefonnummern der Beschäftigten an Kunden rausgeben? Auf welche Systeme können und sollten Mitarbeiter von extern zugreifen? Und wie kommunizieren wir, wenn wir nicht alle zusammen im Büro sitzen? Schön, wenn das jetzt mal geklärt wird. Noch schöner, wenn die Krise als Chance begriffen wird. Vielleicht ist das Virus ja ein Anlass, die eigene Unternehmenskultur zu hinterfragen. Der Name "Corona" steht übrigens für die "Gekrönte" oder die "heilige Hüterin des Geldes". Sollte das Virus indirekt mehr Frauen ins Top-Management verhelfen, ist das die positive Seite der Medaille.

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

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