Kundenmonitor 2019 | Discounter Aldi Süd verteidigt die Spitze im Discount

von Jörg Konrad
Donnerstag, 12. September 2019
Im Discount-Segment liegt Aldi Süd laut Kundenmonitor 2019 weiterhin knapp vor Lidl und Aldi Nord.
Hans-Jürgen Schulz
Im Discount-Segment liegt Aldi Süd laut Kundenmonitor 2019 weiterhin knapp vor Lidl und Aldi Nord.
Im vielbeachteten Discountsegment, in dem seit Anfang des Jahres ein heftiger Preiskampf tobt, scheint zunächst alles konstant zu sein. Auf dem Siegertreppchen der Gesamtzufriedenheit mit den hiesigen Discountern zeigt sich zum Vorjahr ein unverändertes Bild.




Aldi Süd (Gesamtzufriedenheit: 1,87; nach "Schulnoten"-Skala von "vollkommen zufrieden" =1, "sehr zufrieden" =2, "zufrieden" =3, "weniger zufrieden" =4 bis "unzufrieden" =5) liegt demnach bei der Gesamtzufriedenheit auf Rang 1 vor dem Dauerrivalen Lidl (1,93) und knapp dahinter Aldi Nord (1,95). Alle drei Top-Discounter legen im Globalurteil "minimal zu, die Abstände blieben daher im Vergleich zum Vorjahr gleich", weiß Matthias Metje zu berichten. Metje verantwortet als Studienleiter seit vielen Jahren den "Kundenmonitor Deutschland". Herausgegeben wird die auf Verbraucherurteilen beruhende größte branchenübergreifende Benchmarkstudie von der Servicebarometer AG in München.
 

Bei der Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses hat Lidl (1,96) im Jahresvergleich aufgeholt und und ist an die beiden Aldi-Schwestern herangerobbt (Süd: 1,92; Nord: 1,93), so Matthias Metje. Seinen Worten zufolge zeigt sich sich ein sehr differenziertes Bild, wenn Kunden ihre Haupteinkaufsstätte im Discount im Vergleich zum Wettbewerb einschätzen sollen. Dann kann Lidl beim Produktangebot glänzen. Aldi Süd heimst Bestnoten bei der Gestaltung des Marktes, der Übersichtlichkeit des Warenangebotes und der Schnelligkeit an der Kasse ein.




Gute Nachrichten gibt es laut Kundenmonitor für Penny. Der Rewe-Discounter fällt in diesem Jahr mit einer "sehr positiven Entwicklung auf", so Metje. Der Globalzufriedenheitswert ist von 2,28 auf 2,18 geklettert. Die Supermärkte der Muttergesellschaft (2,14) schneiden nur wenig besser ab. Erfolgstreiber aus Kundensicht sind bei Penny einerseits die Vielfalt der Sonderangebote und Aktionen. Darüber hinaus wirken die Läden inzwischen übersichtlicher und die Kunden sind mit dem Warenangebot vor allem im Frischebereich zufriedener. Auch in Sachen Umweltorientierung kann die Rewe-Tochter zulegen.

Alle anderen Discounter können das Vorjahresniveau nicht halten. Netto Marken-Discount (Globalzufriedenheit: 2,30, Vorjahr: 2,23) büßt dabei auch bei den zugesprochenen Wettbewerbsvorteilen ein. Das liegt allerdings nicht am wahrgenommenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier liegt die Vermutung nahe, dass sich die Erwartungshaltung der Netto-Kunden immer mehr an einem Vollsortimenter orientiert. Wie im Vorjahr ist die Auswahl bei Nonfood-Aktionsartikeln und die Schnelligkeit an der Kasse eine Schwäche der rot-gelben Nettos. Zudem fällt nach Meinung der Studienmacher auf, dass die Bereitschaft der Kunden, für einen Einkauf bei Netto einen längeren Weg zurückzulegen, vergleichsweise gering ist.

Der schwarz-gelbe Netto mit regionalem Schwerpunkt in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verliert bei der Globalzufriedenheit zwar leicht (2,39, Vorjahr 2,33), verbessert sich aber in vielen Einzelfeldern. Dazu zählen die Verfügbarkeit von Mitarbeitern und die fachliche Auskunft sowie die Qualität der Nonfood-Aktionswaren. Auch das Engagement der Stavenhagener beim Bio-Angebot zahlt auf das Kundenurteil positiv ein. Allerdings lässt das Zufriedenheitsniveau bei der Bio-Auswahl auch noch reichlich Luft nach oben. Geht es um die Zufriedenheit mit der Auswahl an regionalen Produkten und um den Imageaspekt "Regionalität", liegen die Nord-Nettos im Vergleich der Discounter erneut an der Spitze und können laut Metje diesen Wettbewerbsvorteil "sogar leicht ausbauen".

Norma bildet mit einer Gesamtzufriedenheit von 2,40 erneut das Schlusslicht im LEH. Bis auf wenige Ausnahmen ist das Kundenurteil bei allen Zufriedenheitsdimensionen rückläufig. Vor allem Mitarbeiteraspekte und die Eigenmarken werden aus Kundensicht kritischer bewertet. Die eingeleitete Erneuerung des Filialnetzes ist in der Kundenwahrnehmung noch nicht spürbar. 

Kundenzufriedenheit
T. Fedra

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