Menschen als Treiber der Transformation KI im Fokus der Personalmanager

von Silke Biester
Freitag, 06. Juli 2018
Wegweisend: Elke Eller (l.), Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager, und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, erklären, warum starke Familien die Zukunft der Unternehmen stärken.
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Wegweisend: Elke Eller (l.), Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager, und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, erklären, warum starke Familien die Zukunft der Unternehmen stärken.
Die Digitalisierung verändert die Aufgaben der Personaler vom Recruiting bis zur Unternehmenskultur. Wie wirkt sich der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Praxis aus? Der Kongress des Bundesverbands der Personalmanager verbreitet Hoffnung auf mehr Raum und Zeit für Wichtiges.

Die Personalmanagement-Szene kann stolz sein, findet Elke Eller, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager bei der Eröffnung des Kongresses mit dem Motto: #Proud2bHR. Denn längst habe sich der Bereich Human Resources (HR) in den Unternehmen vom Verwalter zum Gestalter weiterentwickelt. Insbesondere in Zeiten der digitalen Transformation gewinne das Ressort Personal gravierend an Bedeutung. "Der Mensch ist der Erfolgsfaktor im Veränderungsprozess", stellt sie klar. Wenn es darum gehe, Mitarbeiter zu Treibern des Wandels zu machen, liege der Ball in den HR-Abteilungen: Sie holen die richtigen Talente ins Haus, sorgen für Kompetenzerweiterung der bestehenden Mannschaft, machen Führungskräfte zu Coaches und arbeiten an einer zukunftsweisenden, agilen Unternehmenskultur.

Dazu dass Personalverantwortliche für all diese Aufgaben genügend Zeit haben, könnte künstliche Intelligenz einen wichtigen Beitrag leisten. Statt sich vor den Folgen der Digitalisierung zu fürchten, gehe es darum, die Technologien sinnvoll zu nutzen, sind sich verschiedene Redner des Kongresses einig. Schreckensszenarien von Algorithmen, die Personalentscheidungen ohne die Entscheidungshoheit von Menschen treffen, sprechen sie einhellig die Dramatik ab. "KI kann zeitraubende Aufgaben wie das Sichten von Lebensläufen schneller und objektiver erledigen", sagt etwa Michael Lazik von SmartRecruiters. "Das gibt den Menschen Raum zu beurteilen, ob ein Kandidat kulturell ins Unternehmen passt. "KI kann immer nur datenbasierte Prozesse übernehmen", bringt es Barbara Wittmann von LinkedIn auf den Punkt, "Roboter können keine Beziehung aufbauen und neue Mitarbeiter ins Team integrieren."

Der Neurobiologe und Vorstand der Akademie für Potenzialentfaltung, Gerald Hübner, versteht den aktuellen Transformationsprozess als kulturelles Ereignis, das weit über die Digitalisierung hinausgeht: "Menschen suchen Zugehörigkeit und Beteiligung", sagt er. "Wer sie nur als Objekt oder Ressource zur Erfüllung von Zielen sieht, bremst Motivation und Entwicklung aus." Der Abbau von Hierarchien und die Formulierung eines gemeinsamen Anliegens, das allen Sinn gibt, müsse im Fokus der Führungskräfte liegen.

"Arbeit muss zum Leben passen", betont Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrer Keynote. Dafür müssten Unternehmen, die trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden, binden und motivieren wollen, sich für mehr Flexibiltät öffnen. Zugleich kündigt sie an, politisch am gleichen Strang zu ziehen. Denn: Starke Familien führen zu starken Unternehmen und einem starken Land.

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