Mitarbeiter mögen Speed Mittelständler sind oft zu langsam

von Silke Biester
Donnerstag, 18. Juli 2019
Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen ist zu langsam, um im Wettbewerb bestehen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen im Auftrag des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität.

54 Prozent der Mittelständler sind Low-Speed-Unternehmen, zeigt die Untersuchung der Uni St. Gallen. Weitere 26 Prozent setzen einen einseitigen Fokus auf standardisierte Prozesse und Routinen. In der Umsetzung sind sie zwar schnell und die Unternehmensleistung sowie Wachstum sind beachtlich. Doch auch ihnen fehlt Tempo bei der Entwicklung von Innovationen. Diese Geschwindigkeit legen die 15 Prozent als "Innovations-Speed-Unternehmen" klassifizierten Betriebe vor – sie entwickeln schnell neue Ideen, doch sie nehmen bei der Unternehmensleistung Abstriche hin.

Nur 5 Prozent zählen zu den echten High-Speed-Unternehmen. Als Erfolgsfaktoren identifiziert die Analyse eine vertrauensvolle Basis zwischen Führungkräften und Kollegen, moderne Führungskultur mit Freiraum, Feedback und Unterstützung sowie neue Arbeitsformen mit Homeoffice und fluiden Teams. "Mitarbeitende lieben Speed", bekräftigen die Wissenschaftler: High-Speed-Unternehmen haben sowohl die höchste Zufriedenheit und Identifikation mit dem Arbeitgeber als auch die geringste Erschöpfung und Kündigungsabsicht. High-Speed gehe sogar mit verminderter Erschöpfung einher. Denn Mitarbeitende mögen nicht, wenn es nicht vorangeht.

Als Bremsfaktor wird dagegen eine Pseudo-Beschleunigung identifiziert: Wenn Manager ihr Unternehmen dauerhaft an die Belastungsgrenze führen und Hochleistung aufrechterhalten wollen, ohne dafür die notwendigen Ressourcen, Techniken und Führungsverhalten an den Tag zu legen. Dann drohen Überhitzung, Erschöpfung und Überforderung der Mitarbeiter.

Negative Energie entsteht durch zu viel Druck und Formalisierung: Es gelingt der Führung nicht, den Mitarbeitern ausreichend Orientierung zu geben und zu vermitteln, warum was wann zu tun ist. Fehlende Steuerung und Kommunikation führe zu Abwehrhaltungen bei den Mitarbeitenden, so die Studienmacher.

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