Nestlé pusht die Transformation "Ganz nah am Business"

von Redaktion LZ
Freitag, 05. Oktober 2018
Positive Bilanz: Daniela Drees leitet das Digital Acceleration Team.
Nestlé
Positive Bilanz: Daniela Drees leitet das Digital Acceleration Team.
Daniela Drees leitet das Digital Acceleration Team bei Nestlé. Im Interview erzählt sie, wie die Gruppe hilft, in allen Bereichen des Konzerns digitaler zu arbeiten.

Frau Drees, bevor Sie die Leitung des DATs übernommen haben, waren sie operativ tätig. Was hat Sie bewogen, umzuswitchen?

Zuvor war ich im Bereich Nutrition tätig. Und weil Mütter sehr online-affin sind, war ein Großteil der Arbeit in Marketing und Vertrieb bereits digital. Auch für mich hat sich die Frage gestellt, wie bilde ich mich eigentlich weiter? Deshalb war ich über ein virtuelles Team bereits mit der Digital Unit verbunden und konnte schon die ersten Steps auf dem Weg zur Gründung des DATs neben meiner damaligen Aufgabe begleiten.

Wie trägt das DAT die Transformation in den Konzern?

Das Digital Acceleration Team ist in allen Bereichen des Unternehmens tätig. Wir wollen gemeinsam die Digitalisierung vorantreiben, ganz nah am Business. Dazu werden die Kompetenzen durch Weiterbildung ausgebaut. Aber es gibt auch Ansätze, die vor allem neugierig machen sollen, wie ein Digital Inspiration Day, der zum Beispiel in einem Werk durchgeführt wird. Tiefer geht der Know-how-Transfer bei den Leuchtturmprojekten, die wir managen. Dabei werden Talente, die daran 100 Tage arbeiten, voll in das Digital Acceleration Team integriert. Sie werden richtig fit gemacht für die Digitalisierung. Sie bekommen einen Trainingsplan und können auch in andere Projekte reinschnuppern, um davon zu lernen.

Wie profitieren die Bereiche, die nicht gerade ein Talent oder Pilotprojekt im DAT untergebracht haben?

Alle Markenbereiche können sich ganz klassisch beraten lassen. Wir haben Experten für alle möglichen Themen wie Social Media, Search, Personalisierung oder digitaler Vertrieb. Neu ist der Bereich Social Listening: Wir beobachten in Echtzeit, was über unsere Marken im Netz gesprochen wird. Da kann man viel über Trends erfahren .

Wie erfolgreich sind die geförderten Projekte, und woran messen Sie das?

Die Bilanz ist definitiv positiv! Die Implementierungsrate liegt bei 90 Prozent. Grundsätzlich zählt für das DAT der Return on Investment. Alle Projekte tragen sich selbst.

Sie versuchen, Start-up-Kultur in den Konzern zu tragen. Wie funktioniert das?

Ich denke, es ist erstmal wichtig, mit viel Offenheit auch die bestehenden guten Prozesse anzuerkennen. Wir haben gute Abläufe, die alle kennen und nutzen. Wenn dann agile Arbeitsweisen dazu kommen, haben auch diese eine gewisse Struktur. Das ist Freiheit innerhalb eines bestimmten Rahmens. Die positiven Erfahrungen bewirken dann, dass man auch in den angestammten Bereichen davon etwas übernimmt. Oftmals sind es ganz einfache Dinge, die einen Prozess beschleunigen. Zum Beispiel tun es statt langer Protokolle vielleicht auch ein paar Post-its. 

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