Ortstermin in Bingen Ministerin Klöckner zu Besuch im Aldi-Lager

von Heidrun Krost
Freitag, 20. März 2020
Ministerin im Gespräch mit Jens Ritschel, Mitglied des Verwaltungsrats bei Aldi Süd
Krost
Ministerin im Gespräch mit Jens Ritschel, Mitglied des Verwaltungsrats bei Aldi Süd
Ortstermin in Bingen
Ministerin Klöckner zu Besuch im Aldi-Lager
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Ministerin Julia Klöckner informierte sich am Freitagmorgen selbst über die Liefersicherheit des deutschen Handels. Im Gespräch mit Aldi-Süd-Verwaltungsrat Jens Ritschel kündigte sie mehrere Initiativen an.

 

Es ist große Flexibilität gefragt in diesen Zeiten. Zwischen zwei Telefonkonferenzen des nationalen Krisenstabs ist Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf Stippvisite in Bingen bei Aldi Süd. Es ist eine der mittleren Regionalgesellschaften von Aldi Süd mit derzeit 250 Mitarbeitern. Von hier aus beliefert der Discounter derzeit bis zu dreimal täglich 63 Filialen zwischen Boppard am Rhein, Mainz und Wiesbaden.

Klöckner will sich nicht nur vergewissern, dass die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert ist. Von Jens Ritschel, Mitglied des Verwaltungsrats in Mülheim, will sie hören, wo der Schuh drückt: "Ich bin hier, damit sie mir sagen, wie wir helfen können und ihnen die Arbeit erleichtern können." Ein Kernproblem des Handels derzeit: die Versorgung der Logistikzentren zu sichern, während sich an der Grenze zu Polen oder Frankreich die Lkw stauen.

Maßnahmen im Gepäck

Klöckner hat einiges an Maßnahmen im Gepäck, um in der sich weiter zuspitzenden Corona-Krise die Wirtschaft zu entlasten. Sie will, dass ausreichend Arbeitskräfte dort zur Verfügung stehen, wo sie gebraucht werden. Das Bundeskabinett will den Übergang von Mitarbeitern aus Branchen, die aktuell von Betriebsstilllegungen oder –schließungen betroffen sind, in den Handel, die Landwirtschaft oder Logistik erleichtern. "Wir haben dazu die Plattform Helfende Hände geschaffen, die noch dieses Wochenende starten wird", sagt sie.  Aldi Süd selbst hatte just heute verkündet, Mitarbeiter aus der Systemgastronomie von McDonald's übergangsweise in den eigenen Betrieben zu beschäftigen.

Auch verspricht die Ministerin Lockerungen bei der sozialversicherungsfreien Beschäftigung, die derzeit auf 70 Tage begrenzt ist. Beim Thema Erntehelfer verspricht sie Entlastung. So habe man sich darauf geeinigt, diejenigen Rumänen, die in Deutschland arbeiten wollen, einzufliegen. Allerdings müssten diese einen Nachweis führen, wo und wie lange sie in welchem Betrieb arbeiten.

Zu geplanten Kompensationszahlungen an Spargel- oder Erdbeerbauern, die derzeit ohne Aussicht auf Erntehelfer und ohne die wichtige Ertragsstütze Gastronomie und Hotellerie als Abnehmer der Ware dastehen, wollte sich die Ministerin nicht äußern.

Vor allem die Gesundheit sei wichtig

Für Aldi-Manager Ritschel, der die Ministerin zusammen mit Regionsgeschäftsführer Manfred Eck und Logistikchef Johannes Sommermeier durch das gefüllte Regionallager führte, ist vor allem die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig. Das Unternehmen hat Vorsorge getroffen, um die Mitarbeiter untereinander auf Distanz zu halten. Sie arbeiten räumlich getrennt und als Puffer sind Beschäftigte aus den laufenden Schichten herausgenommen.  

Was die Versorgungssicherheit angeht, versicherte Ritschel, dass es derzeit keine Engpässe gibt, auch nicht bei so symbolträchtigen Produkten wie Klopapier oder Desinfektionsmittel. „Wichtig ist, dass der Nachschub gesichert ist“, sagt er. Es gebe keinen Grund zu Panikkäufen. Engpässe gebe es bekannterweise bei Gesichtsmasken. Da kämen jedoch auch viele unlautere Angebote auf den Tisch, von Leuten, die einzig aus der Krise profitieren wollten.

H-Milch satt: Bestände in einem Aldi-Lager
Krost
H-Milch satt: Bestände in einem Aldi-Lager

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