Oxfam-Ranking Edeka punktet nicht im CSR-Check

von Julia Wittenhagen
Mittwoch, 01. Juli 2020
Die Supermarktkette Edeka schneidet im internationalen Supermarkt-Check der Hilfsorganisation Oxfam schlecht ab in den Bemühungen um Menschenrechte. Edeka habe als einzige deutsche Kette nicht die Vereinbarung unterzeichnet, in globalen Lieferketten für existenzsichernde Löhne zu sorgen, heißt es dazu bei Oxfam.
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Außerdem habe sich das Unternehmen nicht zur Berufung eines Menschenrechtsbeauftragten durchringen können. Edeka erreichte damit lediglich drei Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl und bildet mit Platz 16 das Schlusslicht. Die ersten drei Plätze vergibt Oxfam an die britischen Händler Tesco, Sainsbury's und Morrison's. Ihr Vorteil: Ein nationales Gesetz verpflichtet sie, über Menschenrechtspolitik zu berichten. Lidl erreicht im Ranking Platz vier, Aldi Süd Platz 6, dicht gefolgt von Rewe. Auch in Deutschland brauche man "schnellstmöglich ein Lieferkettengesetz, das Supermärkte dazu verpflichtet, die Menschenrechte in ihren Lieferketten zu achten", erklärte Franziska Humbert von Oxfam.

Edeka nahm dazu direkt Stellung: Beim "Supermarkt-Check" handele es sich um eine Kampagne, nicht um eine objektive Studie. Oxfam schreibe selbst in der Einleitung: "Als Maßstab dienen dabei öffentlich zugängliche Informationen in Nachhaltigkeitsberichten und auf Websites." Mit anderen Worten: Bewertet werde nur die Außendarstellung eines Unternehmens, nicht aber das tatsächliche Engagement. "Wir stehen mit Oxfam im Austausch und haben Oxfam mehrfach ausführlich über unsere Aktivitäten informiert, dies wurde aber zu unserem Bedauern in keinerlei Weise bei der Analyse berücksichtigt." 

Die beiden Vorwürfe von Oxfam weise Edeka zurück. "Selbstverständlich legen wir Wert auf existenzsichernde Löhne in unseren Lieferketten. Daher ist Edeka auch aktives Mitglied der Arbeitsgruppe zu existenzsichernden Einkommen und existenzsichernden Löhnen der INA (Initiative Nachhaltige Argrarlieferketten), einer Initiative des Einzelhandels in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH", sagte Sprecher Gernot Kasel. "Wir arbeiten hier gemeinsam an der Realisierung existenzsichernder Einkommen und existenzsichernder Löhne für Bauern- und Arbeiterfamilien in globalen Lieferketten. Zudem verfügen wir über eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich mit dem Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflichten beschäftigt."

Mehr über Edekas Engagement, Arbeitsnormen, Zertifizierungsstandards und Produktanforderungen sei auf der Edeka-Webseite nachzulesen.

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