Pandemiebekämpfung dm eröffnet erstes Corona-Schnelltest-Zentrum

von Janine Hofmann
Donnerstag, 18. März 2021
In Tübingen steht die erste dm-Corona-Teststation. Hier sollen geschulte Mitarbeiter pro Tag 80 bis 120 Corona-Tests durchführen.
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In Tübingen steht die erste dm-Corona-Teststation. Hier sollen geschulte Mitarbeiter pro Tag 80 bis 120 Corona-Tests durchführen.
Pandemiebekämpfung
dm eröffnet erstes Corona-Schnelltest-Zentrum
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Der Drogeriemarkt-Filialist dm hat in Tübingen gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Boris Palmer sein erstes Zentrum für Corona-Schnelltests eröffnet. Ziel ist es, durch möglichst viele Tests die Stadt wieder zu beleben.
Der blau-weiße Test-Pavillion steht ganz in der Nähe eines innerstädtischen Einkaufscenters, das auch die Tübinger dm-Filiale beherbergt. Schon bei der Eröffnung am gestrigen Mittwoch ist das Interesse der Öffentlichkeit groß. Die ersten Passanten bleiben stehen, hören zu. Es dürfte neben Neugierde auch die Sehnsucht nach Normalität sein. Dabei prescht dm als erster Händler vor: Nach einer Terminanmeldung per Händler-App können Kunden sich hier künftig einmal pro Woche kostenlos testen lassen.

Mit den eigenen Teststationen unterstützt der Drogeriemarktführer die Bemühungen Palmers, das Leben in der Tübinger Innenstadt zu normalisieren. Der Bürgermeister will seine Stadt durch die Tests beleben und sicherer machen. In den nächsten Tagen sollen weitere dm-Teststationen in Karlsruhe und Brandenburg öffnen.

Erklärtes Ziel der Karlsruher ist es, die Bundesregierung sowie die Landesregierungen bei der Bewältigung der Pandemie zu unterstützen und dazu beizutragen, dass die Menschen in ihrem Alltag wieder ein Stück Normalität erreichen. Sie sollen mit zertifizierten Testergebnissen möglichst bald wieder Bildungs- oder Kultureinrichtungen sowie Einzelhandel und Gastronomie  besuchen können.

"Wir hoffen, dass möglichst viele Unternehmen Testzentren einrichten", betonte dm-Chef Christoph Werner vor Ort. Je mehr Teststationen es gebe, desto besser. "Denn die Städte können nicht öffnen, solange es nicht die Testinfrastruktur gibt. Aber diese wird nicht aufgebaut, wenn die Städte nicht dazu bereit sind. Sonst haben wir eine Situation, dass man aufeinander wartet, und es passiert nichts." Auch vor dem Hintergrund der nun drohenden Verzögerung aufgrund des Impfstopps mit Astra-Zeneca sieht dm das Testen als wichtigen Baustein, um Lockerungen zu ermöglichen. Dabei räumte die Pandemiebeauftragte und DRK-Präsidentin des Landkreises Tübingen, Lisa Federle, mit einem einen Mythos auf: Wer viel teste, bekomme zwar zunächst viele sonst unentdeckte Positivergebnisse. Folge allerdings eine Kontaktnachverfolgung, gingen die Corona-Zahlen anschließend zurück.

Über die dm-App können sich Kunden während der Öffnungszeiten einen Termin zum Testen buchen.
dm
Über die dm-App können sich Kunden während der Öffnungszeiten einen Termin zum Testen buchen.

Mehr als 1000 Testzentren bundesweit geplant

Die Karlsruher wollen ihr Konzept nun bundesweit ausrollen. Insgesamt seien mehr als 1000 Zentren geplant, die Hälfte davon bis Ende April. Seit einem ersten Test Anfang März (die LZ berichtete) habe dm mit den Behörden in vielen Bundesländern erfolgreich Gespräche geführt, erklärt Christian Harms, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Mitarbeiter und dieses Projekt. Intensiver Austausch bestehe neben Baden-Württemberg mit Hessen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland. Und auch Pläne, die Corona-Warn-App einzubinden, gibt es.

"Jetzt geht es darum, dass wir mit den willigen Bundesländern als erstes loslegen." Dafür brauche es Genehmigungen, auch der jeweiligen Stadt. "Dort, wo das unkompliziert läuft, bauen wir als erstes Teststationen auf", so Werner. Etwaige Standortmieten seien als Kostenfaktor jedoch nicht einkalkuliert, fügt Harms hinzu. Die Abrechnung der Tests laufe über das Land, die Erstattung über den Bund. "Wir rechnen über die kassenärztliche Vereinigung ab, so wie Apotheken und andere Testzentren."

„Meine Hoffnung ist, dass es möglichst viele Nachahmer gibt.“
dm-Chef Christoph Werner

Auch die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, befürwortet das Engagement des Handelsunternehmens: "Maßnahmen wie diese sind ein wichtiger Schritt, damit wir endlich Licht am Ende des Tunnels sehen. Tübingen zeigt uns, wie Schnelltests dabei helfen können, weitere Öffnungsschritte zu gehen – ohne Abstriche bei der Sicherheit." Erste Händler hätten sich bereits bei ihr gemeldet und Interesse bekundet, ebenfalls Testzentren aufzubauen.

Im Test-Pavillon selbst stehen zwei junge dm-Filialmitarbeiterinnen in Vollschutz inklusive Gesichtsschild für einen Rachenabstrich und das zugehörige Zertifikat bereit. Für das Projekt hat der Drogeriemarktbetreiber freiwillige, größtenteils eigene Mitarbeiter rekrutiert. Einige hätten Stunden aufgestockt, andere Filialen konnten aufgrund von Umsatz- und Frequenzverschiebungen Kapazitäten frei machen. "Wir hoffen natürlich, unsere Stationen bald wieder abbauen zu können", so dm-Chef Werner.

Eigenes Schnelltestzentrum bei dm
Manfred Stockburger

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