Personalsuche 4.0 "Da sein, wo der Kandidat unterwegs ist"

von Julia Wittenhagen
Freitag, 18. August 2017
Marc Irmisch-Petit: Deutschland-Chef von Monster Worldwide
Monster
Marc Irmisch-Petit: Deutschland-Chef von Monster Worldwide
Interview mit dem Deutschland-Geschäftsführer von Monster Worldwide, Marc Irmisch-Petit, zu neuen Geschäftsfeldern der  Online-Stellenbörsen.

Herr Irmisch-Petit, was ist für Monster derzeit die größte Herausforderung? Stellenbörsen wandeln sich und das ist ja nicht neu. Wir haben riesige Veränderungen durchlaufen und stellen heute ein technologiebasiertes Portfolio zur Verfügung, dass man sich vor acht bis zehn Jahren nie hätte vorstellen können.

Als Partner der Personaler muss Monster technologische Trends und Möglichkeiten annehmen und auf die Bedürfnisse der Unternehmen und Jobsuchenden zuschneiden: Von Semantik und Matching, über Programmatic Advertising und Mobile bis hin zu den Chancen, die in Big Data und dem Management des Recruiting-Prozesses liegen. Die große Herausforderung ist für uns eine Chance: Nutze so viel neue Technologie wie möglich und mache sie für die Kandidaten und HRler greifbar und einfach anwendbar. Es muss intuitiv sein!

Immer mehr neue HR-Tool-Anbieter drängen auf den Markt, die datengestützt das Recruiting erleichtern wollen. Inwieweit machen Einzellösungen Sinn?

Angesichts des Wandels der technischen Möglichkeiten und des Mediennutzungsverhaltens der Jobsuchenden schätzen Personalverantwortliche bei uns den engen Kontakt zu den Beratern im Vertrieb und im Service. Es ist deutlich effizienter mit einem Partner zu arbeiten, der das Unternehmen und seine Bedürfnisse für die Zukunft kennt. So lassen sich auch kurzfristig Strategien anpassen oder neue Produktlösungen ausprobieren. Darüber hinaus erhalten wir von unseren Kunden das Feedback, dass Monster auch zu den Jobsuchenden einen besonderen Draht hat und als bekannte Marke für ein gutes Angebot steht.

Womit wächst Monster?

Monster wächst in vier Bereichen: Mobile Recruiting, Social Recruiting, Employer Branding und der Unterstützung im Bereich Reichweite. Wir müssen uns den Kandidaten ganzheitlich ansehen, da sein, wo er ist und uns seinen Bedürfnissen anpassen. Kandidaten führen 50 Prozent der Jobsuchen auf Smartphones aus und möchten sich dort bewerben – daher setzen wir auf intelligente App-Technologie. Sie wollen angesprochen werden statt selber zu suchen – also müssen Unternehmen Kandidaten in Social Media suchen. Sie brauchen einen guten "Pitch" und USP für die Ansprache, der zeigt, wofür sie als Unternehmen stehen. Das alles muss viel einfacher werden für Personaler mit engem Zeitbudget. Daher übernehmen wir für sie Reichweitenplanung und Umsetzung.

Inwiefern wird die neue Jobanzeigefunktion von Google in den USA das Geschäft der Online-Stellenbörsen beeinflussen?

Wir denken nicht, dass Googles neues Angebot das Geschäft von Online-Jobbörsen gefährdet. Monster ist dort bereits Partner von Google und sieht die Suchmaschine als einen Kanal im Mix, den wir unseren Kunden für die Verbreitung ihrer Stellenanzeigen anbieten. Selbstverständlich werden wir die Entwicklung beobachten, um die besten Möglichkeiten herauszuholen. Aber aktuell sehen wir keine Gefährdung.

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