Reaktion auf Pressebericht Edeka Nord und Hit zahlen weiterhin Mieten

von Werner Tewes
Montag, 06. April 2020
Edeka Nord und Hit äußern sich zu der Nachricht, sie würden ihre Mietzahlungen nur eingeschränkt weiter tätigen.
Composing: R.Rosendahl/C.Lattmann/LZ Grafik
Edeka Nord und Hit äußern sich zu der Nachricht, sie würden ihre Mietzahlungen nur eingeschränkt weiter tätigen.
Reaktion auf Pressebericht
Edeka Nord und Hit zahlen weiterhin Mieten
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Edeka Nord und Hit fühlen sich missverstanden: Die beiden Händler wehren sich gegen einen Zeitungsbericht, nach dem sie Mietzahlungen für ihre Supermärkte nur unter Vorbehalt leisten würden.

In ihrer jüngsten Ausgabe hatte die "Welt am Sonntag" unter der Überschrift "Jetzt verweigern sogar die Profiteure die Miete" geschrieben, dass nun auch Lebensmittelhändler ihre Mietzahlungen reduzieren würden. Als Beispiele hatte die Zeitung Edeka Nord und Hit genannt. Nun haben auf LZ-Nachfrage beide Handelsunternehmen darauf reagiert: Edeka Nord hat dementiert. Bei Hit heißt es, es würde ein falscher Eindruck erweckt.

Edeka Nord versichert auf Anfrage, dass man keine Mietzahlungen unter Vorbehalt tätige. "Wir stehen in der aktuellen Situation fest an der Seite unserer Vermieter", heißt es vielmehr aus Neumünster. Man habe selbstverständlich alle Mieten für die Märkte bezahlt und werde die Mieten "auch in Zukunft zu 100 Prozent bezahlen". Man bedauere, dass "in unserem Schreiben an unsere Vermieter ein missverständlicher Eindruck entstanden ist".

Die Edeka-Region stellt zudem heraus, dass sie ebenfalls als Vermieter agiere und in ihren 21 Centern Flächen an rund 400 Firmen vermiete. "Um vor allem den Einzelhandelspartnern in der aktuellen Situation entgegen zu kommen, haben wir diesen die Monatsmieten für April und Mai gestundet", betont Edeka Nord. "Damit möchten wir unseren Mietern in dieser ungewissen Zeit ein Stück Planungssicherheit geben."

Ein Hit-Sprecher wiederum verweist darauf, dass Hit die Mieten für die Märkte sehr wohl leiste. An einigen wenigen Standorten hätten allerdings Untermieter, etwa aus dem Gastronomiebereich, ihre Flächen geschlossen und das zum Anlass genommen, ihrerseits Mietzahlungen an Hit einzustellen. Gegenüber den eigenen Vermietern habe Hit daraufhin angekündigt, die Mieten weiterhin voll zu bezahlen, trotz der eigenen Mietausfälle. Allerdings würde man den Teil, der durch ausbleibende Zahlungen von Untermietern fehle, unter Vorbehalt bezahlen. Nach LZ-Informationen handelt es sich dabei um weniger als 1 Prozent der Gesamtmiete. Die Lebensmittelhandelsflächen sind zudem nicht davon betroffen.

In Immobilienkreisen sorgt das Vorgehen der Siegburger dennoch teilweise für Unmut. Zu hören ist, dass einige Vermieter sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Hit habe den Schritt einseitig angekündigt. Das sei nicht im Sinne eines partnerschaftlichen Miteinanders, wird kritisiert.

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press
 

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