Recruiting bei Gründern "Kultureller Fit ist bedeutend"

von Andrea Lischtschuk
Freitag, 27. Juli 2018
Matthias Hennig leitet das Personalberatungsunternehmen Rau Consultants.
Foto: Rau Consultants
Matthias Hennig leitet das Personalberatungsunternehmen Rau Consultants.
Interview mit Matthias Hennig von Rau Consultants zum Bewerbermarkt bei Start-ups


Herr Hennig, welche Probleme ergeben sich bei der Mitarbeiterakquise in Start-ups?

Ein Teil der Kandidaten ist skeptisch, weil zumeist die Sicherheit und Stabilität, die sie sonst in den Unternehmen gewohnt waren, hier oft nicht gewährleistet sind. Sie sehnen sich nach Struktur und Ordnung im beruflichen Umfeld. In Start-Ups ist das jedoch meist nicht der Fall.

Welche Eigenschaften müssen die Bewerber haben?

Jungunternehmen entwickeln eine spezifische eigene Kultur, weshalb der kulturelle ‚Fit‘ der Kandidaten bedeutend ist.

Wie müssen sich Start-ups in Sachen Gehalt positionieren?

In der Regel positionieren sie sich deutlich niedriger als der Markt, da (noch) keine Gewinne gemacht werden. Dadurch kommt dem Idealismus auf Seiten der Kandidaten eine große Bedeutung zu.

Eine Unternehmensbeteiligung (virtuell oder real) bietet eine gute Möglichkeit als Anreiz. Ein höheres Festgehalt könnte die Kandidatengewinnung vereinfachen, aber auch zu kulturell nicht passenden Bewerbern und einem Zusammenbruch des bisherigen Gehaltsgefüges führen.

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Welche Rolle spielt der Standort der Start-ups?

Generell muss es aus meiner Sicht eine Metropolregion sein, wo es eine entsprechende Szene gibt. Das ist für die Mitarbeitergewinnung sicherlich von Vorteil. Ob es nun aus Imagegründen Berlin sein muss, sei einmal dahingestellt.

Welche Folgen ergeben sich, wenn offene Stellen nicht rechtzeitig besetzt werden?

Das kann sich stark wachstumshemmend auswirken und zum großen Problem werden, da die Unternehmen für das Wachstum im Unternehmen Mitarbeiter benötigen. Wenn in dem noch fragilen System wichtige Positionen unbesetzt bleiben, kann das bisher Erreichte schlimmstenfalls wieder in sich zusammen brechen.

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