Saisongeschäft in der Krise LEH befürchtet Osteransturm

Mittwoch, 01. April 2020
Ruhe vor dem Sturm - demnächst könnten in den Filialen die Kunden wegen Hasen und Ostereiern anstehen.
Jörg Eberl
Ruhe vor dem Sturm - demnächst könnten in den Filialen die Kunden wegen Hasen und Ostereiern anstehen.
Saisongeschäft in der Krise
LEH befürchtet Osteransturm
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Nach den Hamsterkäufen befürchtet der Lebensmittelhandel nun einen Run auf Osterartikel kurz vor den Feiertagen. Die Warenversorgung sei gesichert, doch die Abstandsregeln dürften die Einkäufe in den Märkten erheblich behindern.

Zu anderen Zeiten wäre das ein Aprilscherz, doch in der Corona-Krise bereiten auch Saisongeschäfte Sorgen. Lebensmittelhändler befürchten vor den Feiertagen einen Osteransturm der Kunden. Ostern sei eines der wichtigsten Feste in Deutschland. Traditionell werde davor viel eingekauft, sagte der Sprecher des Handelsverbandes Lebensmittel (bvlh), Christian Böttcher. Das Problem: In diesem Jahr dürften die Einkäufe wegen der überall in Deutschland geltenden Zugangs- und Abstandsregelungen in den Märkten erheblich behindert werden.

Große Handelsunternehmen appellierten deshalb bereits an ihre Kunden, die Ostereinkäufe möglichst nicht nur auf den Gründonnerstag und den Karsamstag zu legen, sondern die Einkäufe besser frühzeitig zu erledigen.

"Alle, die dazu die Möglichkeit haben, sollten zumindest Teile ihrer Ostereinkäufe vorziehen im Laufe der kommenden Tage. So können der Gründonnerstag und der Karsamstag, an denen wir mit mehr als zehn Millionen Kunden üblicherweise eine besonders hohe Nachfrage erleben, entlastet werden", bat Rewe-Chef Lionel Souque die Kunden in einer Unternehmensmeldung. Dies sei zudem ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Märkten, betonte Souque.

Auch die Real-Chefs Patrick Müller-Sarmiento und Henning Gieseke riefen die Kunden auf, die Einkäufe nicht erst am Gründonnerstag zu erledigen. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben seien in den Tagen vor dem Fest längere Wartezeiten, zum Beispiel vor den Märkten oder an den Kassen, nicht unwahrscheinlich. Alle Händler betonten, die Warenversorgung sei gesichert.

Nach den Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Krise hatte sich die Nachfrage erst in den vergangenenTagen wieder etwas normalisiert. "Wir haben gerade eine Atempause", sagte Branchensprecher Böttcher. Mit Blick auf Ostern wünscht er sich: "Es wäre gut, wenn die Verbraucher jetzt schon an Ostern denken und ihre Einkäufe vorziehen – aber nicht wieder hamstern."(dpa-AFX/br) 

 

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