Stadler+Honner in Unterföhring Großfläche für Genießer

von Katy Weber
Dienstag, 11. Mai 2021
Die niederbayerischen Cousins Stephan Stadler und Hans-Jürgen Honner wollen ihre Kunden mit viel Frische und ansprechenden Theken auf eine kulinarische Entdeckungsreise mitnehmen.
Wanzl
Die niederbayerischen Cousins Stephan Stadler und Hans-Jürgen Honner wollen ihre Kunden mit viel Frische und ansprechenden Theken auf eine kulinarische Entdeckungsreise mitnehmen.
Stadler+Honner in Unterföhring
Großfläche für Genießer
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Auf der ehemaligen Marktkauffläche in Unterföhring zieht die Händlerfamilie Stadler+Honner alle Genuss-Register. An ihrem zehnten Standort setzt sie auf Frische, internationale Spezialitäten und Gastro im großen Stil.



Wer den neuen Markt der Cousins Stephan Stadler und Hans-Jürgen Honner in Unterföhring bei München betritt, wird zunächst einmal dazu verleitet, eine Pause einzulegen. Linker Hand gibt es die eigens betriebene "Backstubn" mit 62 derzeit abgesperrten Sitzplätzen. Hier kann man dem Bäcker beim Backen und dem Konditor bei der Herstellung von Torten, Obsttörtchen oder Windbeuteln zusehen.

Gegenüber bietet die "Gaststubn" bayerische, mediterrane und asiatische Gerichte an, coronabedingt vorerst allerdings nur "To go". Jede Foodrichtung bekommt eine eigene Station und soll ähnlich wie in der Systemgastronomie organisiert werden. Ebenfalls noch geschlossen ist das Restaurant, in dem à la carte bestellt werden kann. Hier sollen, sobald es die Pandemie erlaubt, unter der Anleitung von Fernsehkoch Andreas Geitl saisonale Gerichte serviert werden, hergestellt aus Zutaten, die der Markt mit seinen mehr als 50.000 Artikeln hergibt.

Von der Gesamtfläche mit 7500 qm nimmt die Gastronomie im Vorkassenbereich 900 qm ein. Hinzu kommen kleine "Verweil"-Stationen auf der Fläche – zum Beispiel die Champagner-Bar in der Wein- uns Spirituosenabteilung und die Cafeteria neben der Kaffeerösterei in der Abteilung für Kaffee und Tee.

Insgesamt dominiert die Frische, der Umsatzanteil beträgt laut Geschäftsführer Honner 50 Prozent. Die großzügige Obst- und Gemüseabteilung am Anfang des Kundenlaufs besteht aus einem breiten Angebot an lokaler Ware und Bioprodukten. Eingerahmt wird sie von einem Eat-Happy-Stand, einer Bio-Unverpackt-Station, dem Bio-Fachmarktbereich und einer Truhe mit gekühltem Obst und Gemüse "To go". Der absolute Hingucker ist der "Grow Tower" des Münchner Vertical Farming-Unternehmens "&ever". Salate und Kräuter wachsen ringförmig auf einer Fläche von 120 qm und mehreren Etagen.

Anschließend geht es weiter mit den Frischetheken, die eine Gesamtlänge von 29 Metern haben. Stadler+Honner nehmen für sich in Anspruch, eine der größten Fischtheken Münchens zu betreiben. Zum regionalen Angebot gehören unter anderem heimische Garnelen aus Erding von Crusta Nova sowie Räucherwaren und Forellen der Firma "Fischzucht Königssee".

Standortfakten

Adresse: Feringastraße 16, 85774 Unterföhring
Umbauzeit: 14 Monate
Eröffnung: 11. März 2021
Investitionen: Weniger als 6 Mio. Euro für Markt und Gastro
Vk-Fläche: 7500 qm (davon 350 qm Nonfood)
Sortiment: über 50.000 Artikel
Umsatzanteil Frische: 50 Prozent
Länge Frischetheken insgesamt: 29 m
Mitarbeiter: 110 im Markt, 25-30 im Gastrobereich
Kassen: 20 (davon 6 Self Checkouts)
ÖZ: Mo-Sa 7-20 Uhr
Parkplätze: 850
Jahresumsatz (Ziel): 30 Mio. Euro

Unternehmen Stadler+Honner:
10 Märkte in Nieder- und Oberbayern
Mitarbeiter insgesamt: über 600
Jahresumsatz 2020: 78 Mio. Euro

250 Wurstsorten und den Großteil vom Fleisch beziehen die Händler über die Südbayerische Fleischwaren GmbH, ein Tochterunternehmen der Edeka Südbayern. Das Rind- und Schweinefleisch komme ausschließlich aus Bayern und trage das Siegel "Geprüfte Qualität Bayern". Die Fleisch-, Wurst- und Käsetheken versprühen mit den an Haken hängenden Würsten und Schinken und wagenradgroßen Käselaiben mediterranen Charme.

Der älteste Sohn von Hans-Jürgen Honner lebt in Spanien und betreibt in Valencia die Firma "Finger Food". Über ihn gelangen exquisite Waren von kleinen Lieferanten nach Unterföhring, vom Olivenöl und Wein über Paella-Reis und Chips bis hin zum Schinken des spanischen Familienbetriebs Beher. 100 Gramm vom edelsten Beher-Schinken kosten stolze 20,90 Euro.

Auch das zeichnet den Markt aus: Neben Spitzenprodukten wie dem  Champagner für 270 Euro oder Schnäpsen für 150 Euro gibt es das gesamte Angebot der Preiseinstiegsmarke "Gut & Günstig". "Wir sind ein Edeka-Supermarkt, mit einem sehr breitem Sortiment, das nach oben hin offen ist", fasst Honner die Bandbreite des Sortiments zusammen.

Anders als zu früheren Marktkauf-Zeiten spielt Nonfood auf der Fläche nur noch eine untergeordnete Rolle. Bei Marktkauf hätten laut Honner die Umsätze gestimmt, das Ergebnis aber nicht. Deshalb habe die Geschäftsführung von Stadler+Honner beschlossen, es grundsätzlich anders zu machen. Nonfood wurde auf eine Fläche von 350 qm zusammengestrichen und beschränkt sich auf Artikel "rund um den gedeckten Tisch". 180 qm davon nimmt die Firma Depot ein. Daneben gibt es das ganze Sortiment der Eigenmarke "Edeka zuhause". "Ansonsten brauchen wir den Platz für unsere Frische", so Honner.

Bodenständigkeit als Aushängeschild

Das Wort "Frisch" trägt der Markt denn auch in seinem Namen. Der Schriftzug "Die Frisch-Nachbarn" leuchtet den Kunden am Eingang entgegen und findet sich an unterschiedlichen Stellen im Markt wieder, etwa auf den Möbeln für Obst und Gemüse. Das integrierte Konzept hat die Agentur Söllner Communications aus München entwickelt. Der Markt und die Menschen, die dahinter stehen, sollen nahbar und ansprechbar wirken. Das gilt laut Honner für die 140 Mitarbeiter ebenso wie für die Geschäftsführung.

Der gesamte Marktauftritt wirkt nachbarschaftlich, bodenständig und alles andere als abgehoben – bei einer Investitionssumme von etwa 6 Mio. Euro hätte das auch anders aussehen können. Das wichtigste Material ist Holz: Holzstände, Holzvertäfelungen, Holzfässer, Holzdecken. Immer wieder werden Körbe ins rechte Licht gerückt und verströmen Marktatmosphäre, teils hängen sie sogar von der Decke. Die Beschilderung sieht großenteils aus wie handgemalt. Die dominierenden Farben sind mattes Grün, Grau und Blau. Für die Planung und Umsetzung zeichnet die Firma Wanzl verantwortlich. 

Was nun noch fehlt, ist der Startschuss, damit die gesamte Gastronomie öffnen und der Markt alle seine Stärken ausspielen kann. "30 Millionen Euro Umsatz sind Pflicht", sagt Honner. Geplant sei ein Gastroanteil inklusive "Backstubn" von 8 bis 10 Prozent. "Wenn die Gastronomie auf 2,5 Millionen kommt, sind wir sehr zufrieden." 

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