Stationär versus Online Corona beschleunigt Konsumverlagerung in den E-Commerce

Mittwoch, 08. April 2020
Nach einer Kantar-Verbraucherumfrage wird der Onlinehandel nach der Corona-Krise schneller zulegen.
Composing LZ-Grafik: MiniStocker/shutterstock; imaginima/iStock; fpm/iStock; mahod84/adobe stock; sljubisa/Fotolia
Nach einer Kantar-Verbraucherumfrage wird der Onlinehandel nach der Corona-Krise schneller zulegen.
Stationär versus Online
Corona beschleunigt Konsumverlagerung in den E-Commerce
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
Als Folge der Corona-Pandemie werden die Verbraucher ihre Einkäufe schneller ins Netz verlagern. Das und mehr zeigt eine Kantar-Studie im Auftrag des Technologiespezialisten Detail Online.

Fast alle Läden sind geschlossen, die Verbraucher fokussieren sich auf Vorratshaltung und ihre Gesundheit – Covid-19 beeinträchtigt derzeit das Konsumverhalten der Menschen massiv. Das bekommen stationäre Händler wie Online-Anbieter durch Umsatzeinbrüche deutlich zu spüren. Doch längerfristig könnte der E-Commerce durch die Krise profitieren, prognostiziert eine Kantar-Studie für die Märkte Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die von der E-Commerce-Prüfungsgesellschaft Detail Online in Auftrag gegeben wurde.

Demnach verstärkt der Corona-Ausbruch die Verlagerung vom stationären Einzelhandel in den Online-Kanal schneller als erwartet: Statt in drei bis vier Jahren werde sich das Kaufverhalten schon innerhalb weniger Monate stärker in Richtung Online bewegen, schlussfolgern die Studienmacher.


Ein Fünftel der Ende März befragten Verbraucher gab an, dass sie weniger in stationären Geschäften einkaufen, 9 Prozent kaufen mehr online ein. 32 Prozent erwarten, ihren Anteil am Online-Shopping noch weiter zu steigern. Und der Anteil der Verbraucher, die mehr als die Hälfte ihrer gesamten Einkäufe im Internet tätigen, sei seit dem Ausbruch von Covid-19 um 25 bis 80 Prozent gestiegen.

Sechs von zehn befragten Verbrauchern gaben an, dass sie auch nach der Pandemie ihr gestiegenes Online-Kaufverhalten beibehalten werden. In Deutschland halten es 62 Prozent der Befragten für sehr wahrscheinlich/eher wahrscheinlich, dass sie nach der Corona-Krise im gleichen Umfang online shoppen werden. 

Die überwiegende Mehrzahl der befragten deutschen Verbraucher setzt nach der Corona-Krise weiter auf den Online-Kanal.
Grafik: LZ
Die überwiegende Mehrzahl der befragten deutschen Verbraucher setzt nach der Corona-Krise weiter auf den Online-Kanal.
Als Folge des Corona-Shutdowns hat die Mehrheit der Verbraucher ihr derzeitiges Kaufverhalten angepasst und ihre Ausgaben vor allem auf Grundbedarfsgüter wie Lebensmittel und rezeptfreie Medikamente beschränkt. Davon sind sowohl Online- als auch Offlinekanäle betroffen. Das bestätigen auch aktuelle Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel. Vor allem im Onlinehandel mit Mode, Schuhen, Elektronikartikeln, Computern und Büchern habe es laut Bevh teils drastische Umsatzeinbrüche gegeben.

Laut der Kantar-Studie werden sich die Ausgaben für Kleidung, Haushalt, Möbel sowie Unterhaltungselektronik im Laufe des Jahres jedoch wieder stabilisieren. "Während des Lockdowns konzentriert man sich auf das Wesentliche. Aber diese Studie zeigt, dass nach Ende der Epidemie alle wichtigen E-Commerce-Kategorien wieder auf ihr vorheriges Niveau zurückkehren und dieses teilweise sogar übertreffen wird", sagt Studienauftraggeber und Detail-Online-Gründer Joakim Gavelin. So gaben in der Kantar-Studie etwa 80 Prozent der Befragten an, dass sie noch in diesem Jahr nicht lebensnotwendige Güter wieder online kaufen werden. In den beiden größten Kategorien, Kleidung und Haushaltselektronik, liege dieser Wert bei 50 bis 60 Prozent.

Das Marktforschungsunternehmen Kantar hat die Studie im Zeitraum vom 26. bis 30. März 2020 durchgeführt. An der Internet-Omnibusumfrage nahmen insgesamt 3162 Personen zwischen 16-64 Jahren in Großbritannien, Deutschland und Frankreich teil.  (br)

 

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats