Steuerung der Kundenfrequenz Händler setzen Einlasskontrollen durch

Dienstag, 24. März 2020
Um die neuen Abstandsregeln einzuhalten, setzen immer mehr Händler auf Zugangskontrollen.
Imago Images /Andreas Gora
Um die neuen Abstandsregeln einzuhalten, setzen immer mehr Händler auf Zugangskontrollen.
Steuerung der Kundenfrequenz
Händler setzen Einlasskontrollen durch
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Als Reaktion auf strengere Kontaktvorschriften beginnen die Handelsunternehmen, den Kundenzulauf zu ihren Märkten zu beschränken. NRW erlaubt auf 10 qm Ladenfläche nur noch einen Kunden, die Stadt Frankfurt ist noch strenger.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen schreibt per Verordnung vor, auf zehn Quadratmetern Ladenfläche nur noch einen Kunden zuzulassen, um die Ansteckungsgefahr durch Coronaviren zu verringern. Die Vorschrift für das Land NRW ist Teil der CoronaSchVO-Verordnung von Sonntagabend. Die Stadt Frankfurt setzt die Grenze noch höher, hier darf sich pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde aufhalten.

Im Einzelhandel haben deshalb Lebensmittelhändler und Fachmarktbetreiber damit begonnen, die Kundenfrequenz in den Filialen zu reglementieren. "Wir sind derzeit in der Erarbeitung von Konzepten, die darauf abzielen, den Zugang zu den Märkten zu beschränken, wo der Kundenzulauf dies notwendig macht", meldet die Rewe-Group am gestrigen Montag. Das könne etwa durch Einlasskontrollen oder eine begrenzte Anzahl an Wagen oder Einkaufskörben geschehen.

Discount-Wettbewerber Aldi deutete auf dpa-Anfrage an, es könne "mancherorts zu Einlasskontrollen oder Einlassbeschränkungen kommen" – etwa in Zeiten mit hohem Kundenaufkommen oder wenn der notwendige Abstand von anderthalb Metern zwischen den Verbrauchern nicht eingehalten werden könne.

Strenge Sicherheitsauflagen

Baumarktbetreiber Obi setzt ebenfalls mittlerweile auf Kontrollen, um nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Markt zu lassen. Auch sonst dürfen Baumärkte nur unter strengen Sicherheitsauflagen seit dem neuen Erlass noch Privatkunden hereinlassen. Vorrangig bleiben sie für Handwerker und Gewerbetreibende geöffnet.

Um die Kontrollen durchzusetzen und auch das Personal vor möglichen Überreaktionen der Kunden zu schützen, setzen einige Händler mehr Wachpersonal ein. Beispiel Rossmann: "In einigen Filialen haben wir bereits vermehrt Sicherheitskräfte im Einsatz", berichtet der Drogeriemarktbetreiber aus Burgwedel. "Diese unterstützen sowohl bei der Steuerung des Zutritts sowie der Vermeidung von Warteschlagen als auch beim Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen."

Allerdings gebe es aus den Filialen auch "viel positives Feedback" zum Verhalten der Kunden. Man habe sie nochmals auf die Abstandsregeln hingewiesen. Rossmann habe einen Krisenplan aktiviert, um die Filialversorgung sicherzustellen.  (dpa-AFX/br) 

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