Studie Corona-Ansteckungsrisiko im Einzelhandel nicht erhöht

von Janine Hofmann
Freitag, 05. Februar 2021
Mit Abstand und Maske: Das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel ist laut Studienergebnissen nicht erhöht.
C. Milbret
Mit Abstand und Maske: Das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel ist laut Studienergebnissen nicht erhöht.
Studie
Corona-Ansteckungsrisiko im Einzelhandel nicht erhöht
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Bei der Arbeit im Einzelhandel kommt es nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung durch das Coronavirus. Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse, in der Forscher auch den Lebensmitteleinzelhandel untersucht haben.

Das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel ist nicht erhöht. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Einzelhandelsunternehmen durch die Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Forscher der Institutionen werteten dafür unter anderem Daten aus elf Einzelhandelsunternehmen mit rund 331.000 Beschäftigten aus.

Zwischen Mitte März und Ende Oktober 2020 seien etwa 0,6 Prozent der Beschäftigten an dem Virus erkrankt. Demgegenüber haben sich laut BGHW im gleichen Zeitraum etwa 0,8 Prozent der Allgemeinbevölkerung infiziert. Somit liege der Anteil der erkrankten Beschäftigten sogar unter dem Mittel der entsprechenden Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung. Dabei habe es keine wesentlichen Unterschiede in den betrachteten Handelsbereichen gegeben. So sei etwa im Lebensmitteleinzelhandel, der in allen Lockdown-Phasen geöffnet hatte, die Infektionshäufigkeit unauffällig geblieben, heißt es von der Berufsgenossenschaft.

Schutzmaßnahmen wirksam

"Eine wesentliche Rolle für das geringe Infektionsrisiko spielen sehr wahrscheinlich die von den Unternehmen ergriffenen Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel die Abtrennungen an den Kassen und Bedientheken, Abstandsregeln, die Regelungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die verstärkte Lüftung und die verstärkte Reinigung", sagt Stefan Mayer von der Präventionsabteilung der BGHW. Hinzu komme, dass alle befragten Unternehmen ein Corona-Management mit eigener Kontaktnachverfolgung genutzt haben. "Dies hat sehr wahrscheinlich dazu beigetragen, dass Infektionen in der Regel nur auf einzelne Beschäftigte beschränkt blieben", sagt Mayer. Dabei habe die Ursache für die gemeldeten Infektionen überwiegend sogar im außerbetrieblichen Bereich gelegen.

Keine Hochrisikokontakte im Einzelhandel

Die hohe Anzahl an Kontakten zwischen Beschäftigten und Kunden habe bislang die Vermutung erhöhter Infektionsrisiken nahegelegt, heißt es von der Genossenschaft. Epidemiologische Daten aus unterschiedlichen Kontaktszenarien hätten jedoch gezeigt, dass kurze Kontaktzeiten, wie sie im Einzelhandel typisch sind, im Allgemeinen geringere Infektionsrisiken bergen als längere.

In einer weiteren, methodisch unabhängigen Analyse von Krankenkassendaten haben die Forscher nach eigenen Angaben zudem festgestellt, dass Erkrankungsrisiken für den Einzelhandel insgesamt unauffällig blieben. Dies gelte auch für die Bereiche des Einzelhandels, in denen während der Lockdown-Phasen gearbeitet wurde, so die BGHW.

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