TK-Lieferdienste Absatzschub bei Bofrost und Eismann

von Marco Hübner
Mittwoch, 18. März 2020
TK-Spezialisten profitieren von Kunden, die angesichts des Coronavirus den Einkauf im stationären LEH scheuen.
Eismann
TK-Spezialisten profitieren von Kunden, die angesichts des Coronavirus den Einkauf im stationären LEH scheuen.
TK-Lieferdienste
Absatzschub bei Bofrost und Eismann
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Tiefkühl-Lieferdienste haben angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus Konjunktur: Während Eismann einen überproportionalen Absatzschub insbesondere bei drei Warengruppen feststellt, meldet Bofrost mehr Nachfrage beim kompletten Stammsortiment.
Der Tiefkühl-Lieferdienst Eismann registriert eine massiv gestiegene Nachfrage: "Im Bestandskundengeschäft steigen die Kaufquoten seit letzter Woche kontinuierlich", berichtet ein Sprecher des Unternehmens im Gespräch mit der LZ. Seit dem vergangenen Wochenende sehe der TK-Spezialist sogar einen noch schnelleren Zuwachs im Online-Geschäft. Die Anzahl der Bestellungen sei um etwa 50 Prozent gewachsen und der durchschnittliche Auftragswert habe je Bestellung um rund zehn Euro zugelegt.

Einen überproportionalen Absatzschub macht Eismann insbesondere bei drei Warengruppen aus: Tiefkühlgemüse, Fisch und Geflügel. In diesen Kategorien werde circa 15 bis 20 Prozent mehr verkauft. Das gesteigerte Kundenaufkommen könne das Unternehmen bislang gut bedienen. "Unsere Lagerkapazitäten sind ausreichend, und die logistischen Prozesse laufen sauber. Solange das so bleibt, kommen wir mit dem aktuellen Kundenaufkommen gut klar", so der Eismann-Sprecher.

Um seine Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen, ist Eismann zu kontaktlosen Lieferungen übergegangen. Der Händedruck mit Kunden werde ausgesetzt, und auf Wunsch stelle der Dienstleister fortan Ware an einem vereinbarten Ort ab. Im Unternehmen selbst gebe es bislang keine Covid-19-Verdachtsfälle. Auch andere Marktteilnehmer haben angesichts des gesteigerten Bedarfs an Bevorratungswaren momentan viel zu tun.

Bofrost registriert viele Neukunden

"Hinsichtlich der Nachfrage sehen wir aktuell Anzeichen von verstärkten Vorratskäufen bei unseren bestehenden Kunden", teilt Bofrost auf Anfrage der LZ mit. Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Straelen verzeichnet die deutlichsten Zuwächse ebenfalls im Online-Geschäft. Diese gingen jedoch nicht allein auf das Konto von Bestandskunden: "Wir registrieren viele Neukunden, die vermutlich aktuell den Gang in den Supermarkt scheuen", heißt es vom Tiefkühl-Lieferdienst.

Die Online-Vorbestellumsätze fallen laut Bofrost mehr als doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres aus. Dabei verteile sich die Nachfrage bislang über das gesamte Stammsortiment des TK-Händlers, das aktuell etwa 540 Artikel umfasse. "Insbesondere Grundnahrungsmittel werden aktuell vermehrt gekauft", teilt das Unternehmen mit. Auf seiner Website bittet Bofrost seine Kunden indes vorsorglich um Verständnis dafür, falls aufgrund der "extrem hohen Nachfrage" nicht immer alle Wunschtermine bei Lieferungen eingehalten werden können. Zum Schutz des Personals und der Kunden entfalle unter anderem der Handschlag zur Begrüßung.

Der E-Food-Spezialist Picnic liefert zum Schutz vor dem Coronavirus jetzt auch kontaktlos an seine Kunden. Die Dienste des Online-Händlers sind in Deutschland indes so gefragt, dass er deutlich Personal aufstocken musste.

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