Tariffreiheit Gropper will ohne NGG Arbeitsbedingungen regeln

von Julia Wittenhagen
Mittwoch, 05. September 2018
Die Molkerei Gropper will sich mehr Gestaltungsfreiheit verschaffen durch Wechsel in die tariffreie Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband. "Die Auseinandersetzung mit der NGG hat uns verdeutlicht, wie wertvoll unsere innerbetrieblichen Vereinbarungen sind", erklärte Geschäftsführer  Dietmar Möckl.

Damit bezieht er sich auf einen Rechtsstreit mit der Gewerkschaft, den die NGG im Juni in vielen Punkten gewann. Das Arbeitsgericht Donauwörth wertete als Verstoß gegen den Tarifvertrag der bayerischen Milchwirtschaft, dass bei Gropper regelmäßig am Wochenende gearbeitet wird und Überstunden ausbezahlt statt ausgeglichen werden. Die Molkerei sieht das anders und betont, dass es bei Arbeitszeiten, Einsatzplanung oder Entlohnung in der Vergangenheit immer durch Betriebsvereinbarungen gelungen sei, Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Mitarbeiterschaft entsprochen hätten. Daher habe man auch das Angebot der NGG, einen Haustarifvertrag abzuschließen, als überflüssig abgelehnt.
Ziel des Ausstiegs aus dem Tarif soll daher der Schutz indiviudell ausgehandelter Vereinbarungen sein, „ohne unerwünschten Einfluss oder Vorgaben von außen“, so Möckl. Die Tarifverträge sollen vorerst weitergelten und den Mitarbeitern Rechtssicherheit geben. Zudem werde sich die Molkerei wie bisher in puncto Arbeitsbedingungen und Vergütung an der Branche orientieren. Die NGG reagierte prompt auf den Schritt mit der Warnung, dass "die Tarifflucht Gropper als Arbeitgeber nicht attraktiver macht" und die Friedenspflicht beendet. Ein Haustarifvertrag sei jetzt mit Streiks durchsetzbar.

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