Tipps in der Corona-Krise Zehn-Punkte-Plan für den Einkauf

von Silke Biester
Mittwoch, 18. März 2020
Der Einkauf nimmt bei vielen Unternehmen in der Corona-Krise eine Schlüsselposition ein. Mit einem Zehn-Punkte-Plan will das Beratungsunternehmen Höveler Holzmann das aktive Risikomanagement unterstützen.
Tipps in der Corona-Krise
Zehn-Punkte-Plan für den Einkauf
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Wichtig sei es vor allem, die Lieferfähigkeit sowie die Liquidität des Unternehmens aufrecht zu erhalten. Als erstes sei es ratsam, eine "Corona Einkaufs-Taskforce" zu bilden, um schnell und agil auf die sich ständig ändernde Situation reagieren zu können. Das sollte ein funktionsübergreifendes Team sein, das in täglichen Meetings die Lage entlang der Lieferkette bewertet und Maßnahmen anstößt.

Persönliche und zugleich risikofreie Kommunikationswege müssen etabliert werden, die eine gegenseitige Infektion ausschließen. Sich nur über Mail und Telefon auszutauschen, sei in der hochvolatilen Marktlage allerdings ungenügend: "Sichten Sie den Markt nach digitalen Lösungen und beschaffen Sie die geeigneten Tools, um einen kontinuierlichen Austausch mit Kollegen und Lieferanten über Videokonferenzen oder digitale Lieferantenaudits weiterhin sicherzustellen", heißt es vonseiten der Consultants.

Durch ein Lieferanten- und Warengruppen-Screening sollte die individuelle Situation genauer bewertet werden. Wer sich in Ruhe einen Überblick verschafft, kann handeln ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. Welche Warengruppen oder Lieferanten tragen ein erhöhtes "Corona-Risiko"?

Zentrale Fragen lauten: Wie ist die Lieferkette meiner Lieferanten ausgestattet? In welchen Ländern produzieren sie? Wie lange reichen meine Lagerbestände? Gibt es Alternativen? Gibt es am Markt Restbestände anderer Lieferanten? Ist es noch möglich die eigenen Lagerbestände zu steigern, insbesondere bei Waren, deren Bedeutung für Produktion und Vertrieb am höchsten ist?

Finanzen checken: Ausgaben müssen neu priorisiert werden. Die nicht absehbare Dauer und Intensität der Krise wird die Liquidität infolge von Umsatzeinbußen stark beeinträchtigen. Um den Betrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, rät Höveler Holzmann dazu, heute schon zu identifizieren, welche Produkte und Dienstleistungen dringend benötigt werden. Andere Investitionen gilt es dagegen zu verschieben.

Zur Absicherung des Cash Flows könne auch die Verlängerung der Zahlungsziele mit Lieferanten ausgehandelt werden. Der vorübergehende Verzicht auf Skontoerträgen zu Gunsten längerer Nettozahlungsziele kann ein Mittel sein, die Liquidität im Unternehmen sicherzustellen, meinen die Berater. Zudem seien Nachverhandlungen ratsam, um die letzten Kostenreserven in der Krise zu heben.

Kommunikation mit anderen Abteilungen: Sollte sich die Pandemie weiter ausbreiten, wird der Einkauf keine 100-prozentige Lieferfähigkeit sicherstellen können. "Stimmen Sie sich eng mit den Kollegen aus Produktion, Vertrieb und Logistik ab, um die Bereichsstrategien zu synchronisieren und gemeinsam an einem Strang zu ziehen", empfehlen die Berater. Bedacht werden müsse zudem, dass nicht nur die Warenverfügbarkeit, sondern auch die Transportwege gefährdet sein können. Auch hier gelte es, nach alternativen Lösungen zu suchen und größtmögliche Puffer einzuplanen, da Grenz- oder Zollkontrollen durch die Krise verzögert werden. Detailinfos und Ansprechpartner finden Sie hier.

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