Trendence-Schülerbarometer Wunscharbeitgeber der Schüler in Handel und Industrie

von Julia Wittenhagen
Freitag, 03. August 2018
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Franz Neumayr
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Obwohl shoppingfreudige Schüler Handelsbetriebe aus eigener Anschauung kennen, wollen nur knapp 800 von 20 000 Befragten explizit im Bereich Handel, Vertrieb, Verkauf arbeiten. Trotzdem belegt der Handel Platz drei unter den beliebtesten Branchen, weit vor den Konsumgüterriesen.

Kundenkontakt, Spaß an Ware und Verkauf hin oder her: Wunscharbeitgeber der Schüler bleibt 2018 die Polizei, zeigt das Marktforschungsunternehmen Trendence im Schülerbarometer 2018. Die Polizei ist seit 2011 ununterbrochen auf Platz 1 und hat in diesem Jahr so viele potenzielle Bewerber wie noch nie. Der öffentliche Sektor war im vergangenen Jahr erstmals die beliebteste Branche der Schüler (26 Prozent) und baut seinen Vorsprung vor den Automobilherstellern (20 Prozent) in diesem Jahr deutlich aus.

Doch dann kommt schon der Handel (16,7 Prozent), der besonders viele weibliche Fans hat: 26 Prozent der Mädchen möchten unbedingt in den Handel, aber nur 8 Prozent der Jungen. Weit abgeschlagen dagegen die FMCG-Branche: Nur noch 0,2 Prozent der Schüler zieht es zu Nestlé, Henkel und Co. 1,1 Prozent waren es noch vor zwei Jahren.

Spaß am Verkauf, Spass an der Arbeit

Hitliste: Sie gibt wieder, wo die 793 Schüler mit Affinität zu Handel, Vertrieb und Verkauf am liebsten arbeiten würden. Insgesamt hat Trendence 20 000 Schüler der Klassen 8 bis 13 nach Lieblingsarbeitgebern befragt. Als Branche wählen sie den Handel auf Platz drei, FMCG-Hersteller rutschen auf Platz 18.

Im Gesamtvotum aller 20 000 Schüler belegen die Konsumgüterbranchen-Lieblinge Ikea Rang 18, dm-Drogeriemarkt Rang 23, Coca-Cola Platz 24 und New Yorker den Rang 28.

Auch zwei der größten Verlierer kommen aus dem Handel: H&M fällt von Rang 19 auf 30 (bislang unter Top 20, bis 2013 sogar unter den Top 10) und Primark von Rang 46 auf 60 (kontinuierlicher Abstieg seit Eintritt ins Ranking 2014 auf Rang 28). Beide fahren ihre schlechtesten je gemessenen Ergebnisse ein.

Im Lebensmittelhandel ist Aldi Süd wieder beliebtester Arbeitgeber. Im Vorjahr hatte noch Lidl die Nase vorn. Edeka sackt ein bisschen ab, Kaufland und Rewe machen ein paar Plätze gut. Aldi Nord und der Schmuckhändler Christ schaffen es erstmals unter die Top 100 der beliebtesten Arbeitgeber der Schüler.

In ihren Erwartungen an ihre Firma unterscheiden sich verkaufsaffine Schüler wenig vom Rest: Ihnen kommt es auf nette Kollegen, sichere Übernahmechancen und gute Betreuung während der Ausbildung an. Bei den Suchwegen verlassen sie sich allerdings nicht ganz so sehr auf Online-Informationen wie ihre Altersgenossen (siehe Seite 38). Für sie kommt Berufsberatung gleich nach Recherche mit dem Smartphone. Auch Eltern, Lehrern und Beratern geben sie mehr Gewicht. Ein wichtiger Punkt für die Employer Branding-Strategie.

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Fragt man die Schüler nach angestrebten Tätigkeitsbereichen, verlieren Handel, Verkauf und Vertrieb in diesem Jahr leicht an Attraktivität. 12,4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung anstreben, möchten dies im Verkauf tun. Er belegt damit Platz neun nach Spitzenreiter Pflege, Medizin, Gesundheit und Soziales, Handwerk oder Medien und Design. Positiv aber: Das Geschlechterverhältnis ist hier nahezu ausgeglichen.

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