Zukunft Personal Europe Personalmesse nicht nur für Personaler

von Julia Wittenhagen
Freitag, 14. September 2018
HR-Popstar: Als Working-Out-Loud-Guru John Stepper die Bühne betrat, wurden viele Handys zum Fotografieren gezückt.
Spring Messe Management
HR-Popstar: Als Working-Out-Loud-Guru John Stepper die Bühne betrat, wurden viele Handys zum Fotografieren gezückt.
770 Aussteller und ein Vortragsprogramm mit 450 Referenten an drei Tagen sind den Veranstaltern der Zukunft Personal noch nicht genug: Sie möchten Führungskräfte aus weiteren Bereichen ansprechen und 2020 in größere Messehallen umziehen.

Der Besuch der größten deutschen Messe für Personaldienstleistungen sowie Software- und Hardwarelösungen fürs Weiterbilden, Recruiten und Verwalten von Mitarbeitern ist wie ein Update, das jedes Jahr mehr Bites hat. Die Angebote der Aussteller werden digitaler, ganzheitlicher, vernetzter, ergo erklärungsbedürftiger und die Wahl der Rekrutierungslösungen, die bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter helfen sollen, immer erfolgsentscheidender. Denn der Fachkräftemangel zieht sich wie ein roter Faden durch Messegeschehen und Rahmenprogramm. Mehrere Vorträge beschäftigten sich intensiv mit den Vorlieben und Eigenheiten der Generation Y und Z und wie man die einbindet, die nicht immer Karrierewillen zeigen, aber die "Macht der Knappheit" genießen. Passend dazu hat die größte Stellenbörse Stepstone den modularen Aufbau der Stellenanzeigen von Unternehmen so vereinheitlicht, dass sie den Bewerbern mundgerecht zugespielt werden: Je nach Suchwort und Präferenz rücken andere Inhalte nach oben. "Haben Sie mal versucht, sich bei sich selbst zu bewerben", fragte Recruiting-Experte Wolfgang Brickwedde ketzerisch beim Workshop "Tech Recruiting- wie schlimm ist es wirklich?" in die Runde. Viele Personaler würden die eigenen Prozesse als Ursache für Bewerbermangel gern übersehen. "Aktive Bewerber gibt es kaum noch. Man muss sie über Key Words abholen. Deshalb gewinnt Social Recruiting immer mehr an Bedeutung", heißt es bei Monster. Dienstleister wie Tandemploy gehen auf die Wünsche der Jüngeren nach besserer Work-Life-Balance ein. Die Lösung für die Suche von Job-Sharing-Partnern im Unternehmen stoße auf gute Resonanz – zunehmend auch bei männlichen Mitarbeitern. Auch der Vortrag von Working-Out-Loud-Guru John Stepper aus New York stand unter dem Motto "mehr Freude im Beruf haben". Seine Methode weise durch gemeinsames Arbeiten in selbst gewählten Teams zu selbst bestimmten Themen den Weg zu einer neuen Arbeitskultur, "die soziale Wesen glücklich macht".

Für Ralf Hocke, CEO des Messeveranstalters Spring Messe Management, sind der Umgang mit dem Fachkräftemangel und die Einbindung neuer Technologien in HR-Prozesse die "nach wie vor dominierenden Branchenthemen". Das Messemotto "Work:olution - succeed in permanent beta" lasse bewusst offen, ob es um Solutions –Lösungen, Revolution oder Evolution geht. Sicher sei, dass die Anforderungen an die Arbeitswelt von morgen wachsen - und zwar weit über die Verantwortung der Personalabteilungen hinaus. Etwa wenn es um Frauen und Führung oder Digitalisierung gehe. Deshalb habe man in diesem Jahr die Initiative Chefsache und Frauenpower im Vortragsprogramm und gebe Zirkeln von Chief Digital Officern und Top-Führungskräften ein Forum.

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