Homeoffice: Deutsche sind skeptisch gegenüber...
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Deutsche sind skeptisch gegenüber Dauerlösung

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Eine große Umfrage der Beratung Korn Ferry unter 4000 Unternehmen weltweit zeigt, dass 42 Prozent der befragten Manager bestimmten Funktionen das permanente Arbeiten von zu Hause auch nach der Pandemie gestatten wollen. In Deutschland sagen das nur 34 Prozent.

Thomas Faltin von Korn Ferry macht dafür vor allem das Phänomen Mittelstand verantwortlich. "Dieser war zwar lange Zeit sehr erfolgreich, arbeitet aber doch vielfach in sehr tradierten Strukturen mit einer entsprechend ausgeprägten Anwesenheitskultur." Zweiter Grund sei der deutsche Wirtschaftsschwerpunkt: die Ingenieurs-getriebene Industrie mit Produktionsanlagen. "Hier ist Home Office deutlich schwieriger umsetzbar als zum Beispiel in Dienstleistungsbetrieben.“

Denn die Befragung zeigt auch, dass das Homeoffice vor allem bei Verwaltungstätigkeiten, Marketing und Vertrieb als unproblematisch gilt. In der Produktion dagegen haben 72 Prozent der weitweit Befragten angegegen, dass sie an einem Modell der vollständigen Anwesenheit festhalten. Für  ‚Engineering‘ und Logistik sowie Supply-Chain-Management verfolgen 44 Prozent dieses Modell.

Bei Finance, IT, Personal und Legal favorisieren 66 Prozent für die Zukunft ein Hybrid-Modell, bei dem die Arbeit zwischen Zuhause und Dienstsitz aufgeteilt werden kann. Im Marketing wollen dies 64 Prozent der Unternehmen umsetzen. Auch das Management darf bei 60 Prozent der Befragten künftig im Hybrid-Modus arbeiten. Jeder Fünfte will Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing komplett ins Home Office schicken. 

„Die Zahlen zeigen, dass für vollständiges Home Office oder ein Hybrid-Modell zwei Faktoren erfüllt sein müssen: Es muss zur Unternehmenskultur passen und es kommt sehr stark darauf an, über welchen Unternehmensbereich man spricht. Ein dritter Faktor, der in unserer Untersuchung jedoch nicht gemessen wurde, ist der generelle digitale Reifegrad des Unternehmens. Denn ohne digitalisierte Strukturen und Prozesse sowie einer entsprechend leistungsfähigen technischer Ausstattung ist eine erfolgreiche An- und damit Einbindung von Zuhause aus kaum möglich“, glaubt Thomas Faltin.

An den Kosten für das Home Office haben sich laut der Studie die meisten Unternehmen bisher nicht beteiligt. 82 Prozent haben ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwar mit technischen Endgeräten wie Notebooks und Tablets versorgt (in Deutschland: 94 Prozent), ein Drittel hat sich an einem Arbeitsstuhl beteiligt (Deutschland: 24 Prozent). Im Fall von einem Schreibtisch war dies aber nur bei 14 Prozent der Fall, ebenso wie bei einem Heim-Drucker. 72 Prozent der Unternehmen kümmern sich nicht um die Internet-Anbindung (Deutschland: 82 Prozent), 74 Prozent geben keinen Zuschuss zu Telefonkosten (Deutschland: 88 Prozent), 90 Prozent nicht zu den Stromkosten (Deutschland: 94 Prozent).

 



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