Schlecht bezahlt: Verkäufer oft auf Unterstüt...
Schlecht bezahlt

Verkäufer oft auf Unterstützung angewiesen

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Viele Verkäuferinnen und Verkäufer müssen Sozialleistungen in Anspruch nehmen, obwohl sie sozialversicherungspflichtig angestellt sind.  Der Durchschnittsverdienst liegt mit 2186 Euro deutlich unter dem im Gesundheitsbereich.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Vierteljährlichen Verdiensterhebung mitteilt, verdienten vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Krankenhäusern im Jahr 2019 im Durchschnitt 3 502 Euro brutto im Monat. Fachkräfte in Altenheimen kamen auf 3 116 Euro. Ein weitaus niedrigeres Verdienstniveau herrscht im Lebensmitteleinzelhandel. Dort verdienten Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2019 über alle Leistungsgruppen hinweg durchschnittlich 2 345 Euro brutto im Monat und damit fast 41  Prozent weniger als Durchschnittsbeschäftigte in der Gesamtwirtschaft mit 3 994 Euro. Im Unterschied zum medizinischen und pflegerischen Personal, in dem 8 Prozent  der Beschäftigten an- oder ungelernt sind, waren im Lebensmitteleinzelhandel 4 von 10 Beschäftigten (43 Prozent) an- oder ungelernt. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag für angelerntes Personal bei 1 980 Euro. Ausgebildete Fachkräfte (zum Beispiel Kaufleute im Einzelhandel) verdienten in der Branche durchschnittlich 2 186 Euro im Monat.

Viele Verkäuferinnen sind zudem auf Sozialleistungen angewiesen. Das geht aus einer Anfrage der Linksfraktion hervor, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Danach mussten im Jahr 2018 - neuere Zahlen gibt es noch nicht - mehr als 50 000 Verkäuferinnen und Verkäufer Sozialleistungen in Anspruch nehmen, obwohl sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Knapp 5000 davon hatten eine Vollzeitstelle. Ähnlich sieht es in anderen, aktuell als "systemrelevant" besonders gelobten Berufen wie der Altenpflege, Krankenpflege oder in Rettungsdiensten aus. Bundesweit waren 2018 rund 200 000 Vollzeitbeschäftigte auf solche Hilfen angewiesen, ein Drittel davon Auszubildende.



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