Ausbildungs-Projekt: Rewe-Azubis verkaufen im...
Ausbildungs-Projekt

Rewe-Azubis verkaufen im Zug

Rewe/Alexander Heimann
Teamwork: Azubis verantworten den ersten Supermarkt im Zug – von der Vorbereitung über die Warenbestückung bis zum Verkauf.
Teamwork: Azubis verantworten den ersten Supermarkt im Zug – von der Vorbereitung über die Warenbestückung bis zum Verkauf.
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Ausbildungs-Projekt
Rewe-Azubis verkaufen im Zug
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Mit der Eröffnung eines Supermarktes im Zug fokussiert Rewe Mitte die Themen Ausbildung, Regionalität und Nachhaltigkeit.

Die Rewe Region Mitte sorgt zum zweiten Mal mit einem außergewöhnlichen Ausbildungsprojekt für Aufmerksamkeit: Am Freitag vergangener Woche eröffnete auf Gleis 1 des Frankfurter Hauptbahnhofs der erste Supermarkt in einem Zug. Der Sonderzug wurde dafür nicht nur frisch gestrichen, sondern auch mit Regalen und der notwendigen Technik ausgestattet inklusive der Einrichtung sämtlicher Software-, Listungs- und Steuerungsprozesse, die eine Neueröffnung auch sonst mit sich bringt.

Der voll funktionsfähige Supermarkt ist nur drei Meter breit, dafür aber 150 Meter lang. Er ist mit rund 3 000 Produkten bestückt – von Frischwaren, Obst und Gemüse sowie Blumen über gekühlte Convenience und Tiefkühlkost bis hin zu Drogeriewaren, Tiernahrung sowie Nonfood. Den Abschluss bildet ein eigenes Bistro, das ebenfalls von den Auszubildenden betrieben wird.

Rewe-Azubis bestücken die Regale im nur drei Meter breiten Markt.
Rewe/Alexander Heimann
Rewe-Azubis bestücken die Regale im nur drei Meter breiten Markt.


"Bei uns ist die Ausbildung kein stupides Einerlei, sondern ermöglicht auch ganz außergewöhnliche Projekte", wirbt Jürgen Scheider bei der Eröffnungspressekonferenz für den Berufseinstieg bei Rewe. Der Geschäftsleitungsvorsitzende der Region Mitte will den Nachwuchs nicht nur beschäftigen, er will ihn "begeistern und motivieren". Zweifelsohne stellt solche Projektarbeit für den Nachwuchs eine Chance dar, sich zu profilieren.

Scheider freut sich, dass es in der Region Mitte in diesem Jahr gelungen ist, die Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen. Für den Händler ist dies der wesentliche Weg, den eigenen Fachkräftebedarf zu decken. Auch Führungskräfte werden typischerweise aus diesem Pool heraus entwickelt. "Wenn die Leistung stimmt, geht es ganz schnell weiter nach oben", verweist er auf die Karrierechancen.

Grundsätzlich werden Projekte unter dem Motto "Auszubildende leiten einen Markt" von verschiedensten Handelsunternehmen regelmäßig durchgeführt. Es stehen Lernziele wie Verantwortungsübernahme, Eigenständigkeit, Teamarbeit sowie lösungsorientiertes Arbeiten auf der Agenda. Dabei handelt es sich allerdings zumeist um ganz normale Märkte. Neuland hatte Rewe Mitte dagegen bereits 2018 mit einem ungewöhnlichen Projekt betreten: Anlässlich der Wiesbadener Biennale hatte Rewe im Hessischen Staatstheater einen Popup-Supermarkt eröffnet, der von einem 30-köpfigen Azubi-Team geführt wurde.

Die positive Erfahrung mit derart einzigartigen Konzepten: Sie bekommen reichlich Aufmerksamkeit nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch in Medien und Öffentlichkeit. Das treibt Kunden in die Märkte und macht auf Rewe als Arbeitgeber aufmerksam. Bei den beteiligten Jugendlichen erzeugt es das Gefühl, an etwas ganz Besonderem mitgewirkt zu haben. "Auszubildende wachsen wahnsinnig an solchen Herausforderungen", sagt Scheider.
„Auszubildendewachsen wahnsinnig an solchen Herausforderungen“
Jürgen Scheider, Rewe Mitte
Jürgen Scheider, Rewe Mitte.
REWE/Alexander Heimann
Jürgen Scheider, Rewe Mitte.

Als der Rewe-Manager dann 2019 beim Branchen-Event "Supermart-Stars" von dem Wiesbadener Popup-Markt berichtete, weckte er das Interesse von Carsten Lorenz, der das Key Account Management von Fairtrade leitet. Aus dem Kontakt, basierend auf einer drei Jahrzehnte dauernden Zusammenarbeit beider Unternehmen, entstand die Idee zum fairen Supermarktzug mit der Deutschen Bahn als drittem Partner im Bunde. Gemeinsam wollen sich die drei Organisationen für Nachhaltigkeit und Regionalität einsetzen. Mit dem gemeinsamen Projekt, das durch die Pandemie etwas verspätet umgesetzt werden konnte, ist dies von der Sortimentsgestaltung bis zur technischen Ausstattung auch zum Thema für den Verkaufsnachwuchs geworden.

Die Frankfurter Gruppe hat dabei zunächst nur den Auftakt gemacht. Nach zwei Verkaufstagen am Hauptbahnhof der Mainmetropole räumen sie die verderblichen und lokalen Waren wieder aus. Die Produkte werden an die Bahnhofsmission gespendet. Dann rollt der Zug weiter nach Fulda, Gießen, Kassel, Darmstadt und Wiesbaden, wo sich jeweils ein neues Team von Auszubildenden um die Bestellung, Warenverräumung und den Verkauf kümmert. An jedem der Orte seien rund 30 Nachwuchskräfte an dem Projekt beteiligt – insgesamt nahezu 200 – rechnet Scheider vor.





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