Employer Branding: Bewerbung beim Bewerber
Employer Branding

Bewerbung beim Bewerber

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Kandidatenmarkt: Die besten Talente möchte jedes Unternehmen einstellen. Jobsuchende können auswählen.
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Mitarbeiterorientierung wird zur Voraussetzung erfolgreicher Personalsuche. Doch zu große Versprechen ziehen Enttäuschungen im Arbeitsalltag nach sich.

Angesichts des Fachkräftemangels und der immer geringer werdenden Zahl von Berufseinsteigern hat sich der Arbeitsmarkt längst gedreht. Interessante Kandidaten haben heute die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten. Erfahrungen, die früher undenkbar waren, sind keine Seltenheit: Neue Mitarbeiter tauchen am ersten Arbeitstag gar nicht erst auf, oder sie verabschieden sich in der Einarbeitungsphase, weil sie sich dann doch für ein anderes Unternehmen entschieden haben.

Arbeitgeber reagieren auf die Herausforderung mit Mitarbeiterorientierung, versprechen äußerste Flexibilität und preisen den höheren Sinn des Unternehmens an. New-Work-Konzepte haben durch die Pandemie einen weiteren Schub bekommen. So manches Unternehmen versucht zudem seine Räumlichkeiten aufzuhübschen. Schließlich sollen die Beschäftigten sich wohl fühlen. Das Führungsverhalten soll von Hierarchiedenken auf Leadership umgedreht werden. Während der Kulturwandel Zeit braucht, lässt sich die Kommunikation schnell verändern: Professionelles Employer Branding sorgt dafür, Unternehmen in bestem Licht darzustellen, schließlich bewirbt sich der Betrieb bei den Talenten.


Davon ausgehend, dass junge Menschen nach dem Kriterium Sinn auch den Arbeitgeber auswählen, wird auf den Karriereseiten der Purpose betont. Mal heißt es knapp: "Ein Job, der Sinn macht." Mal ausführlich: "Wir sind ein Team mit einem Purpose. Ob es darum geht, wie wir unser Unternehmen führen, unsere Produkte herstellen oder unsere Marken verwenden – wir denken immer darüber nach, wie selbst die kleinsten Dinge einen positiven Unterschied für die Welt machen können." Oder: "Wir glauben daran, kleine aber sinnvolle Wege zu finden, um das Leben zu verbessern – jetzt und für künftige Generationen." Ganz ähnlich: "Wir wollen die Welt ein bisschen besser machen. Deshalb engagieren wir uns schon lange zum Beispiel für Lebensmittel aus nachhaltigem Anbau und den Umwelt-, Klima- und Artenschutz."

Doch wie differenzieren sich dabei Tegut, Unilever, Procter & Gamble und Kaufland voneinander? Der Wirtschaftspsychologe Ingo Hamm rät, Kandidaten nicht zu ködern, sondern offen über Aufgaben und Erwartungen zu sprechen. Nur so sei Enttäuschung zu vermeiden, wenn sich die großen Versprechen im Kleinklein des Arbeitsalltags nicht wiederfinden.



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