Interne Kritik am Russlandgeschäft : Henkel ...
Interne Kritik am Russlandgeschäft

Henkel und Metro verstärken Mitarbeiter-Dialog

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Interne Kritik am Russlandgeschäft
Henkel und Metro verstärken Mitarbeiter-Dialog
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Unternehmen, die trotz des Angriffskriegs auf die Ukraine ihr Russlandgeschäft fortführen, müssen sich auch intern massiver Kritik stellen. Bei Henkel hat sogar ein hochrangiger Manager auf Linkedin erklärt, er wolle aus Protest gegen das Festhalten am Russlandgeschäft den Konzern verlassen.

Das Düsseldorfer Unternehmen will sich dazu nur grundsätzlich äußern: "Wir befolgen alle geltenden Sanktionen gegen Russland voll umfänglich und haben unsere Geschäftsaktivitäten darüber hinaus eingeschränkt. Es gehört zu einer gesunden und vertrauensvollen Unternehmenskultur, dass unterschiedliche Meinungen existieren, gesagt werden und Gehör finden." Dies durch regelmäßige Kommunikation zu ermöglichen, sei nicht nur bei solch schwierigen und emotional diskutierten Themen der Fall. Henkel verspricht, dass alle Rückmeldungen "in unsere Überlegungen mit einbezogen werden". Fakt sei, dass "die aktuelle Fortsetzung unserer Geschäfte in Russland keine Frage des Profits ist. Wir stellen hier vor allem Güter des täglichen Bedarfs her. Ein kompletter Rückzug aus dem russischen Geschäft könnte weitreichende Konsequenzen haben." Bekannt ist, dass ausländische Unternehmen auch bei vorübergehender oder teilweiser Einstellung der Geschäfte von der Regierung enteignet werden können. Zudem bestehe für lokale Manager das Risiko, persönlich haftbar gemacht zu werden. 

"Uns ist bewusst, dass es andere Auffassungen zu dieser Frage geben kann", erklärt eine Sprecherin des Handelskonzerns Metro.  "Die Unternehmensleitung ist mit dem Konzernbetriebsrat im intensiven Dialog über Hilfen in der Ukraine und den Verbleib in Russland", sagt sie. Aber die Entscheidung sei sorgfältig abgewogen, werde im Kern nachvollzogen und laufend überprüft. Um die Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten, seien zahlreiche Foren geschaffen worden. Dazu gehören: Townhall-Veranstaltungen, die in alle Länder übertragen werden, ein spezieller wöchentlichen Newsletter zu den Hilfen für die Ukraine, eine Intranet-Seite, Mitarbeiter-Briefe des Vorstands sowie wöchentlich stattfindende virtuelle internationale Meetings für knapp 300 Führungskräfte. Beide Unternehmen weisen auf ihre massive Unterstützung der Ukraine hin und die Verurteilung des Angriffskriegs. 


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