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Mitarbeiter gesucht

Amazon inszeniert sich als globaler Jobmotor

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Patrick Fallon
Job-Tipps vom neuen CEO Andy Jassy
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Amazon inszeniert sich als globaler Jobmotor
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Amazon will mehr als 55.000 neue Stellen schaffen. Allein in Deutschland entstehen 5000 neue Jobs. Für weitere Anstellungen soll der Karrieretag mit dem neuen Konzern-CEO Andy Jassy sorgen. Und in den USA kommt der Onlineriese den Marihuana-Rauchern unter den Fahrern entgegen.

"Komm wie Du bist", lautet die Devise des Amazon-Karrieretags am 16. September. Der Onlineriese sucht händeringend nach Arbeitskräften in den USA und Europa. 

In den USA geht das Unternehmen dabei laut Medienberichten sogar so weit, dass bei den Einstellungsgesprächen für Fahrer empfohlen wird, auf die dort üblichen Marihuana-Screenings zu verzichten. Zu viele Fahrer fielen nämlich wegen der Drogentests durch.

Fast jeder dritte Bewerber fällt bei den Drogentests durch

Wie es in Berichten heißt, empfehle Amazon daher auch seinen Lieferpartnern, keine Cannabis-Tests mehr durchzuführen. Das Nicht-Screening auf Marihuana-Konsum könne die Zahl der Bewerber um bis zu 400 Prozent steigern, sagt Amazon laut Associated Press. Wie das Unternehmen zu dieser Zahl kommt, bleibt allerdings offen. Anders herum falle fast jeder dritte Bewerber (30 Prozent) wegen der Screenings durch. 

Einige Lieferfirmen überprüften jedoch weiterhin ihre Bewerber, da sie sich über die Versicherungs- und Haftungsfolgen in den vielen Staaten, in denen die Verwendung von Cannabis illegal ist, Sorgen machen. "Wenn einer meiner Fahrer abstürzt und jemanden tötet und positiv auf Marihuana getestet wird, ist das mein Problem, nicht das von Amazon", wird ein US-Liefer-Unternehmer zitiert, der anonym bleiben wollte.

Die Einstellung und Rekrutierung von Fahrern war ein Hauptanliegen von rund 100 Lieferunternehmen, die sich diese Woche in Las Vegas versammelten. Amazon-Lieferunternehmen in den USA würden oft von Schulbusunternehmen überboten, bei denen die Fahrer mehr als 20 US-Dollar pro Stunde verdienen können und zum Abendessen zu Hause sind. Amazon-Vertragsfahrer verdienten normalerweise 17 US-Dollar pro Stunde und arbeiteten oft bis spät in die Nacht, heißt es in dem Bericht aus den USA.

Druck aus dem Gewerkschaftslager

In Europa hat Amazon indes weniger mit bekifften Fahrern zu tun, dafür schlägt dem Unternehmen aus dem Gewerkschaftslager eine Welle von Protesten wegen der Löhne und Arbeitsbedingungen entgegen. Wie berichtet, hatte die Gewerkschaft Verdi am gestrigen Mittwoch unter dem Hashtag #ausgeliefert Aktionstage an dutzenden Amazon-Standorten ausgerufen. Vom 1. bis 4. September soll auf die "prekären Arbeitsbedingungen von Zustellerinnen und Zustellern sowie Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrern" beim US-Riesen aufmerksam gemacht werden, teilte Verdi mit.

Der Auftakt der bundesweiten Aktionstage fand am Mittwochmorgen vor dem Amazon-Lager in Berlin-Mariendorf statt. Dabei erhielten die Gewerkschaften prominente Unterstützung vom SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz.

Der Prominenz des Kanzlerkandidaten setzt der US-Riese nun an anderer Stelle seinen eigenen "Promi" entgegen: Der neue Amazon-Konzernchef Andy Jassy will am kommenden Karrieretag bei der Vermittlung von tausenden neuen Stellen unterstützen. Der digitale Karrieretag am 16. September biete Gespräche mit Amazon Recruitern und ist dem Unternehmen zufolge "eine der größten virtuellen Recruiting-Veranstaltungen in Europa". Allein in Deutschland seien "tausende Neueinstellungen geplant, von Logistik bis Wissenschaft, von Lagerung und Versand bis Forschung, von ungelernt bis hoch spezialisiert".

Der neue Amazon-CEO Jassy sagt dazu: "Amazon wächst weiterhin schnell und erfindet sich unermüdlich in vielen Bereichen neu. Wir hoffen, dass der Career Day Arbeitssuchenden die Unterstützung bietet, die sie benötigen, um neue Fähigkeiten zu erlernen oder ihre Karriere bei Amazon oder anderswo neu zu gestalten."

In Deutschland habe Amazon während der vergangenen zehn Jahre mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, allein in diesem Jahr kämen 5000 weitere hinzu. Auch in Zukunft werde das Unternehmen weiterhin investieren und vielfältige neue Jobmöglichkeiten bieten. Insgesamt soll der Konzern laut Medienberichten mehr als 55.000 neue Mitarbeiter suchen.




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