Real wird zu Globus : "Wir bemühen uns stark ...
Real wird zu Globus

"Wir bemühen uns stark um die neuen Kollegen"

Globus
Sascha De Rosa: Leitet den Bereich Mitarbeiter bei Globus Markthallen und war zuvor im Vertrieb der Globus Markthalle in Rüsselsheim.
Sascha De Rosa: Leitet den Bereich Mitarbeiter bei Globus Markthallen und war zuvor im Vertrieb der Globus Markthalle in Rüsselsheim.
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Real wird zu Globus
"Wir bemühen uns stark um die neuen Kollegen"
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Die Übernahme von Mitarbeitern eines Mitbewerbers hat zwei Seiten: Zum einen sichert man ihren Arbeitsplatz, zum anderen müssen sie nun ihre Loyalität ihrem alten Arbeitgeber gegenüber aufgeben.

Herr de Rosa, können Sie die Gefühlslage der Mannschaften zum Startzeitpunkt in Essen, Krefeld oder Braunschweig beschreiben?

Die Mitarbeitenden sind meist voller Vorfreude, Spannung und freuen sich auf Globus und die Tatsache, dass es weitergeht und der Standort weiterhin für sie einen Arbeitsplatz darstellt. Es bestehen aber auch Ängste und Sorgen, die wir aufnehmen, hören und mit viel Verständnis aufzulösen versuchen. Die Menschen haben keine Zeit, zwischen dem Ende bei Real und dem Start bei Globus das Erlebte zu verarbeiten. Die Zeit der Verarbeitung der Geschehnisse erfolgt dann bei Globus. In dieser Phase begleiten und unterstützen wir die neuen Kolleginnen und Kollegen und wollen ihnen die Möglichkeit geben, all ihre Gefühle rauszulassen und wenn sie das möchten, mit uns zu besprechen. So entsteht gemeinsam etwas Neues und nach den möglicherweise eintreffenden Trauerphasen kommt dann die Zuversicht und der Mut auf das Neue ganz schnell zurück.



Bei Globus ist die Einarbeitung mit zwei Wochen angesetzt. Wurde ein Programm erarbeitet, dass auch für die nächsten Übernahmen genutzt wird?

Wir haben ein Standardprogramm entwickelt, welches sich aber mit jeder Übernahme weiterentwickelt. Wir prüfen kritisch, was der Standort benötigt, was die Menschen unterstützt und passen alles entsprechend an. Das Programm wurde mit vielen unterschiedlichen Mitarbeitenden erarbeitet, die selbst in einer früheren Übernahme dabei waren, kürzlich erst zu Globus gewechselt sind sowie lange Jahre dabei sind. Das Ergebnis ist ein Programm, welches sehr intensiv in den ersten Tagen die Einarbeitung der neuen Kolleginnen und Kollegen begleitet, aber danach nicht endet, sondern den Standort über viele Monate weiter unterstützt.



Was ist der größte Unterschied zwischen Real und Globus?

Neben den Unterschiedlichkeiten in den Sortimenten ist der Umgang mit unserem Leitbild und unseren Werten ein wesentlicher Unterschied. Wir ermöglichen unseren Mitarbeitenden, eigenständig zu handeln, Unternehmer vor Ort zu sein und im Sinne der Kunden Entscheidungen zu treffen. Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, Real ein Konzern mit ganz anderen Vorgehensweisen und einer zentralen Steuerung. Wir bei Globus bringen gemeinsam an unterschiedlichen Stellen Leistungen, die dem Kunden einen Mehrwert bringen, ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis schaffen und das geht nur, wenn die Menschen vor Ort Entscheidungen treffen können und wollen. Daran müssen sich die neuen Kolleginnen und Kollegen erst mal gewöhnen. Frei entscheiden zu dürfen, unterstützen wir mit der 500 Euro Entscheidungsgarantie. Jeder Mitarbeiter im Unternehmen ist befugt, zum Beispiel über Reklamationen bis zu 500 Euro selbst zu entscheiden.

Was hilft beim Kennenlernen der Globus-Kultur?

Jeder Betrieb wird von einem Patenbetrieb begleitet und jeder Führungskraft stehen erfahrene Paten aus ihrem Tätigkeitsfeld zur Seite, um miteinander voneinander zu lernen.

Haben nur die Führungskräfte Paten?


Der Fokus liegt auf den Führungskräften, die dann gemeinsam mit ihren Paten, aber auch weiteren Unterstützern aus dem gesamten Unternehmen den neuen Standort zu einer Globus Markthalle entwickeln.



Wie stellen Sie die Markt-Teams zusammen?


Wir versuchen, erfahrene Globus-Mitarbeiter für die neuen Betriebe zu begeistern und an etlichen Standorten hat das geklappt. Da wir in den meisten Übernahmebetrieben mehr Menschen benötigten, als durch den Betriebsübergang zu uns kommen, entsteht eine Mischung aus ehemaligen Real-Kollegen, Globus-Kollegen und Neueinstellungen aus anderen Unternehmen.

Was ist die größte Herausforderung bei der Integration?

Das Entlernen und Neulernen. Wenn Sie über viele Jahre, teilweise 20, 30 oder gar 40 Jahre lang bei Real tätig waren, dann sind Sie geübt, erprobt und an vielen Stellen eingefahren. Das ändert sich nicht von heute auf morgen und schon gar nicht sehr schnell. Es braucht Zeit und erfahrene Globus Begleiter, die diesen Weg der Veränderung unterstützen und den neuen Kolleginnen und Kollegen immer wieder neue Anknüpfungspunkte bieten, damit diese sich mit Globus verbinden können.



Was gefällt Real-Mitarbeitern bei Globus besonders gut? Und von welchen ihrer Kenntnisse profitiert Globus?

Die Mitarbeitenden von Real sind teilweise seit vielen Jahren im Handel und am Standort vernetzt. Sie wissen, was der Kunde von ihnen erwartet. Mit ihrer Erfahrung, sowohl im fachlichen wie persönlichen, können sie von Anfang an gut mitwirken und den Kunden ein tolles Einkaufserlebnis verschaffen. Das ist für den Erfolg unserer Markthallen essentiell und sehr wichtig. Den Real-Mitarbeitern gefällt gut, dass wir uns stark um sie bemühen, sie begleiten und unterstützen. Viele bestätigen ein Gefühl, welches sie auch in der Vergangenheit schon mal hatten, nämlich den Kunden im Fokus zu haben und alles dafür zu tun, dass dieser gerne seine Einkäufe bei uns erledigt.



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