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Digitale Bezahldienste

Kaufhof umwirbt Chinesen

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Kaufhof will chinesische Touristen mit verschiedenen Dienstleistungen anlocken – und ihnen wie Rossmann bald das Bezahlen per Alipay oder WeChat Pay ermöglichen.

Chinesische Touristen sind konsumfreudig: Bei Galeria Kaufhof geben sie im Schnitt fast zehnmal so viel Geld aus wie deutsche Kunden. Um ihnen das Einkaufen möglichst bequem zu gestalten, will das Warenhaus ihnen zusätzlich zu anderen Services bald die mobilen Bezahldienste Alipay oder WeChat Pay anbieten. "Wir sind mit beiden im Gespräch", sagte Jens Bahlmann, der das Kaufhof-Verkaufsmanagement leitet, beim China Business Day der dfv Mediengruppe in Frankfurt. Es gelte nur noch die ein oder andere "technische Hürde" zu überwinden und rechtliche Voraussetzungen zu klären.

Kaufhof versucht schon seit Längerem, chinesischen Kunden mit verschiedenen Dienstleistungen entgegenzukommen. Das Unternehmen hat die Homepage galeria.cn geschaltet und sich sogar einen chinesischen Markennamen schützen lassen.

"Wir machen sehr viel Werbung in China direkt" – zum Beispiel an Flughäfen oder auf Social-Media-Kanälen, sagte Bahlmann. Seit einigen Monaten ist Kaufhof auf WeChat aktiv, informiert dort etwa über die Eröffnungen der Sephora-Shops und versucht, das Warenhauskonzept bekannt zu machen. Kaufhof kommt laut Bahlmann bei WeChat inzwischen auf etwa 10 000 Follower. Der chinesische Kommunikationsdienst des Internetkonzerns Tencent hat nach eigenen Angaben weltweit fast eine Milliarde Nutzer, rund 600 Millionen verwenden die integrierte Bezahlfunktion.

WMF und Rossmann bieten Alipay bereits an

Der Smartphone-Bezahldienst Alipay des Konkurrenten Alibaba kommt auf eine ähnliche Größenordnung. In Deutschland können Chinesen schon bei Rossmann, WMF oder am Münchner Flughafen mit Alipay zahlen. In den Airport-Shops stiegen die Umsätze mit Touristen aus der Volksrepublik laut dem deutschen Partner Wirecard in den ersten drei Monaten nach der Einführung um mehr als 90 Prozent.

Chinesen bringen 10 Prozent Umsatz

Auch Kaufhof macht mit den Reisenden aus China, bei denen Lederwaren, Uhren und Haushaltswaren besonders beliebt sind, gute Geschäfte. In der Filiale an der Frankfurter Zeil tragen sie nach Angaben des Unternehmens mehr als zehn Prozent zum Umsatz bei. Allein dort sind 15 chinesischsprachige Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Einkäufe können die Chinesen gleich mehrwertsteuerfrei tätigen, wenn sie direkt zu ihnen nach Hause geschickt werden. Auf diese Weise müssen sie sich die Steuern nicht extra zurückerstatten lassen.

In China selbst verkauft Kaufhof anders als etliche andere deutsche Händler noch keine Waren über die Alibaba-Plattform Tmall. "Das haben wir schon geprüft", heißt es bei dem Unternehmen. Aktuell stehe das Thema aber nicht im Fokus.



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