Obst und Gemüse bei Edeka Stenger: Wegweisend...
Obst und Gemüse bei Edeka Stenger

Wegweisende Frischeabteilung

Alexander Heimann
Die Bedientheke entwickelt sich in der Pandemie zum Hit. Die Kunden kochen kreativer und lassen sich den Unterschied zwischen Cara-Cara- und Moro-Orangen erklären.
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Obst und Gemüse bei Edeka Stenger
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Die Edeka-Kaufmannsfamilie Stenger hat ihre Aschaffenburger Vorzeigefläche unter der Regie von Obst- und Gemüsechef Matthias Reuter zum zweiten Mal erweitert. Es gibt nun mehr Sorten, mehr Bio, mehr Lokales und noch mehr Inszenierung.

Edeka Stenger in Aschaffenburg: So geht Frische 3.0



Kaufmann Matthias Stenger und sein Obst- und Gemüse-Chef Matthias Reuter waren schon vor dreieinhalb Jahren im Edeka-Stenger-Markt an der Würzburger Straße in Aschaffenburg wegweisend: Sie hatten eine außergewöhnliche Vielfalt im Sortiment und setzten auf ladenbauliche Highlights durch viele natürliche Materialien wie Holz und Stein. Das durchdachte Raumkonzept sorgte für Stopper alle drei Meter; zu den Hinguckern zählten die San Lucar-Snackbar, lose gekühlte Pilze und der Kräutergarten.

Mit der jüngsten Erweiterung bei Abteilungfläche und Warenumfang setzen Stenger und Reuter nun noch eins drauf. Sie zeigen, wie Supermarktbetreiber scheinbar perfekte Abteilungen weiterentwickeln können.

"Wir sind bei den Platzierungs- und Lagermöglichkeiten an Grenzen gestoßen. Jetzt können wir deutlich mehr Vielfalt zeigen", sagt Matthias Reuter. Die neue Fläche ist nun 350 qm groß, vorher waren es 220 qm.

Das Team hat Laufwege analysiert und mit dem Relaunch dafür gesorgt, dass Kunden stets Ware ansteuern. Zusammen mit einem Ladenbauer wurden modulare Tische entworfen. Der Vorteil: Abverkaufte, leere Flächen lassen sich einfach einklappen, die Präsentation wirkt dadurch wieder gut bestückt.

Potenzial haben die Obst- und Gemüseprofis gleich bei mehreren Warengruppen gesehen – und gehandelt. Salat zeigt der Stenger-Markt nun auf einer Insel mit Benebelungsanlage. Die exklusive Lokalmarke "Absolut fränkisch" allein umfasst 80 Sorten Obst und Gemüse, teils in Bioqualität. Neu sind beispielsweise gefüllter Löwenzahn, loser Staudensellerie, Ballensalate, buntes und grünes Mangold sowie Raps- oder Schwarzkohl.

Nahezu verdoppelter Beeren-Umsatz

Ein neues Möbel inklusive Kühlung bis in die obere Etage gibt es auch für Beeren. "Durch die Verspiegelung sieht es stets voll aus und ist rundum begehbar", erläutert Reuter. Ein Umsatzplus von 80 Prozent werde hier verzeichnet.

Beim nahen Fresh-Cut-Schrank von San Lucar kommt moderne Technik zum Einsatz: RFID-Chips ermöglichen eine automatische Disposition unter Berücksichtigung des Wetters, dazu täglich genaue Messungen, welche Produkte wann gekauft werden. Das senkt vor allem die Abschriften.

Zu den Trends 2021 zählt Nachhaltigkeit, vor allem weniger Verpackung. Im Stenger-Markt gab es schon zuvor viel lose Ware. Nun gibt es noch mehr. Etwa bei Bio (180 Produkte), zu sehen auf der zentralen Bio-Insel, aber auch an der Station für lose Kartoffeln und Zwiebeln. Hier bietet Edeka Stenger Spezialsorten wie Bamberger Hörnchen an. Für Herbst 2021 sind weitere zehn Sorten geplant.

Alle Detailverbesserungen und die Aufstockung auf 550 Produkte haben den gewünschten Umsatzeffekt gebracht. Matthias Reuter beziffert das Plus auf 18 Prozent. Der O&G-Anteil steigt von 16 auf gut 17 Prozent. Jeder fünfte Artikel ist regional.

Lieblingsobjekt ist derzeit die Bedientheke. "Durch Corona kochen die Leute kreativer", so Reuter. Beratungsintensive Artikel lassen sich dort jetzt noch besser verkaufen. Etwa Jackfrucht als Fleischersatz oder Schwarzkohl, blanchiert oder kalt im Salat. Corona wird abnehmen, die Lust am Kochen bleibt, heißt es bei Stengers. Obst und Gemüse profitiert besonders. (Andreas Hösch)

Das Porträt der Obst- und Gemüseabteilung entstand in Zusammenarbeit mit LZdirekt. Der Text erschien in der Ausgabe 2/2021.


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