Geschäftsführung: Media-Saturn droht weiterer...
Geschäftsführung

Media-Saturn droht weiterer Abgang

Hans-Rudolf Schulz
Die Chefetage von Media-Saturn könnte sich bald noch weiter leeren.
Die Chefetage von Media-Saturn könnte sich bald noch weiter leeren.
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Weil der Vertrag von COO Wolfgang Kirsch ausläuft, könnte die stark dezimierte Geschäftsführung von Media-Saturn in wenigen Wochen nur noch aus Ceconomy-Chef Pieter Haas bestehen. Dieser sieht sich mit Ermittlungen konfrontiert.

Es ist eine Personalie, die den Elektronikhändler Media-Saturn zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt beschäftigt: Dem Ingolstädter Konzern droht ein weiterer Aderlass an der operativen Spitze der Media-Markt Saturn Retail Group, weil der Vertrag von Chief Operating Officer Wolfgang Kirsch in wenigen Wochen zum Jahresende ausläuft. 

Eine Einigung über eine Verlängerung des Kontrakts zwischen Mehrheitseigner Ceconomy und Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhalls gibt es nach LZ-Informationen bislang nicht. Eine Lösung gilt als unwahrscheinlich, völlig ausgeschlossen ist dies jedoch nicht. Die Kellerhals-Gesellschaft Convergenta würde dies offenbar an Zugeständnisse bei der Besetzung von weiteren vakanten Posten in der Geschäftsführung von Media-Saturn knüpfen. Eine Sprecherin von Ceconomy will den Sachverhalt gegenüber der LZ nicht kommentieren.

Der gestandene Handelsmanager Kirsch wäre nicht der erste Geschäftsführer, der das Führungsgremium als Konsequenz des Gesellschafterstreits verlassen muss. Doch aktuell ist die Situation besonders heikel: Muss Kirsch, der zugleich Deutschland-Chef von Media-Saturn ist, zum Jahresende ausscheiden, bleibt nur noch Ceconomy-Chef Pieter Haas in der Geschäftsführung von Media-Saturn übrig.


Wie diese Woche bekannt wurde, ist allerdings auch Haas – wie alle anderen damaligen Mitglieder des Vorstandes der Metro Group vor ihrer Aufspaltung – aktuell von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf betroffen. Der Vorwurf der möglichen Marktmanipulation, mit dem auch der jetzige Ceconomy-Finanzvorstand Mark Frese konfrontiert ist, weisen Ceconomy und die Metro AG allerdings zurück.

Neue Munition für Kellerhals

Die Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwälte liefern dem streitbaren Milliardär Kellerhals nun neue Munition für seine Angriffe gegen Haas. Der Minderheitsgesellschafter versucht seit Jahren, den Niederländer als Chef des Elektronikhändlers Media-Saturn abzulösen. Allerdings wird Haas als Vorsitzender der Geschäftsführung vom Mehrheitsgesellschafter Ceconomy ernannt. Zahlreihe juristische Versuche, Haas vom Chefposten zu verdrängen, sind in der Vergangenheit allerdings schon gescheitert. Diverse Convergenta-Klagen wurden vor Gericht abgewiesen.

Die Geschäftsführung der Media-Markt Saturn Retail Group (vormals Media-Saturn Holding) war im Zuge des Gesellschafterstreits in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft. Zuletzt musste Anfang des Jahres der damalige COO Joachim Rösges das Führungsgremium verlassen. Davor war unter anderem bei Finanzchef Oliver Seidl, dem Personalverantwortlichen Ralph Spangenberg sowie bei Einkaufschef Sergio Klaus-Peter Voigt die Vertragsverlängerung gescheitert. Viele Manager brachte das Unternehmen allerdings an anderen Stellen im Konzern unter.



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