GfK-Prognose: Freude am Geschenkekauf bleibt ...
GfK-Prognose

Freude am Geschenkekauf bleibt groß

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Die Summe, die Shopper für Weihnachtsgeschenke ausgeben, bleibt auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Das dafür vorgesehene Pro-Kopf-Budget liegt mit 278 Euro nach aktuellen GfK-Erhebungen praktisch auf dem Niveau der beiden Vorjahre.

Der hiesige Einzelhandel dürfte somit bis kurz vor den Festtagen etwa 14,3 Mrd. Euro einnehmen, exakt die gleiche Summe wie in den beiden Vorjahren. Gespeist aus den traditionell unter den geschmückten Baum gelegten Geldgeschenken könne die Branche nach den Festtagen mit weiteren 3,5 Mrd. Umsatz-Euro rechnen, so Wolfgang Adlwarth. Der Handelsfachmann der GfK präsentierte in Frankfurt gemeinsam mit seinem Kollegen und Konsumexperten Rolf Bürkl bereits zum 8. Mal die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Nürnberger zum wichtigsten Saisongeschäft des Jahres.

Die zur Weihnachtszeit geplanten Spendings der Shopper in Deutschland hängen sowohl vom Lebensalter als auch vom Einkommen ab. So legen die 14- bis 24-Jährigen für Geschenke durchschnittlich 140 Euro beiseite, immerhin 15 Euro mehr als im Vorjahr. Die Gruppe der Schenkwilligen zwischen 55 und 75 Jahren will für Verwandte und Freunde mit 344 Euro deutlich mehr als das Doppelte springen lassen, allerdings 12 Euro weniger vor den Festtagen 2016.

Auch im laufenden Jahr behaupten Bücher ihre traditionelle Spitzenposition als in puncto Stückzahl populärste Geschenke. Ein starkes Drittel der von der GfK Befragten will sein persönliches Umfeld mit mindestens einem Buch bedenken und dafür 41 Euro ausgeben. In die Kassen des Buchhandels fließen dadurch voraussichtlich 957 Mio. Euro, leicht mehr als beim Weihnachtsfest vor Jahresfrist.

Ebenfalls einem guten Drittel der Schenkwilligen steht der Sinn nach Spielwaren. Die nach wie vor umsatzträchtigste Präsent-Kategorie beschert dem Handel diesmal 1,82 Mrd. Euro, 30 Mio. weniger als im Vorjahr. Beim Blick auf Bekleidung und Accessoires zeigt sich laut den Nürnberger Marktforschern, dass der rückläufige Trend vergangener Jahre anhält. Diesmal dürfte der damit befasste Handel Adlwarth zufolge weitere 70 Mio. Euro einbüßen und damit bei 1,58 Mrd. Euro landen.

Im Gegensatz dazu klettern Gutscheine Jahr für Jahr im Präferenz-Ranking der Geschenkemacher nach oben. Gut jeder Vierte entscheidet sich auch für diese Kategorie. Der dafür vorgesehene Durchschnittsbetrag wächst um 9 auf 106 Euro. Die Gesamtausgaben steigen um 150 Mio. Euro auf 1,84 Mrd. Ein so hohes absolutes Plus kann in diesem Jahr keine andere Kategorie vorweisen. Die Entscheidung über ein Präsent mindestens einem Empfänger selbst überlassen und Bargeld verschenken will jeder fünfte Befragte – und dafür im Schnitt 238 Euro aus dem Portemonnaie abzweigen.

Wie 2016 will knapp ein Viertel der Verbraucher Kosmetikartikel unter den Weihnachtsbaum legen. Dafür werden knapp über 50 Euro ausgegeben, was dem Handel insgesamt noch 807 (Vorjahr: 828) Mio. Euro einbringt.

Fast genauso viele Shopper wollen das leibliche Wohl ihrer Lieben pflegen und Lebensmittel oder Getränke verschenken. Dafür werden diesmal pro Kopf 44 Euro (2016: 41) Euro spendiert. Nicht zuletzt aufgrund des Zuwachses steigt das Gesamtbudget für Ess- und Trinkbares um 54 Mio. Euro auf 679 Mio. an.

Zu den klaren Gewinnern gehört aktuell auch die Kategorie Abos und Veranstaltungstickets. Das potenzielle weihnachtliche Handelsvolumen schnellt um knapp 100 Mio. Euro auf 910 Mio. hoch. Pro Kopf stehen dafür aktuell 91 Euro im Ausgabenplan.

Bedingt durch die anhaltend niedrigen Zinsen bleibt Werthaltiges wie Uhren und Schmuck beliebt. Nach einem weitern Anschwellen der Pro-Kopf-Spendings dürften in diesem Jahr 963 Mio. Euro in den Kassen des Handels landen.

Geschenke im Internet zu bestellen ist laut den Nürnberger Marktforschern weiter sehr beliebt. Gut jeder zweite Deutsche will mindestens ein Präsent online erwerben. In den meisten der von GfK untersuchten Produktbereichen steige die Zahl der übers Web Einkaufenden an, so Wolfgang Adlwarth. Im Internet werden vor allem Abos und Veranstaltungstickets besorgt. Drei Viertel aller, die derlei verschenken, wollen auch online bestellen. Den größten Zuwachs in diesem Kanal verzeichnen gegenwärtig Smartphones und Smartwatches. Rückläufig ist dagegen der Anteil derjenigen, die PCs, Notebooks oder Tablets online kaufen und verschenken wollen.

Per Sonderumfrage haben die fränkischen Experten in diesem Jahr erstmals ermittelt, wie Verbraucher es bewerten, dass weihnachtliche Sortimente wie Gebäck immer früher – bisweilen bereits im Spätsommer – im Handel erscheinen. Im Ergebnis trifft dies bei der Mehrheit der Befragten auf Ablehnung. Fast jeder Fünfte hat bereits im August im LEH Spekulatius & Co. vorgefunden. 84 Prozent in dieser Gruppe gefallen derlei Angebote "überhaupt nicht" oder "weniger gut". Bereits vier von zehn Shoppern sahen sich in der ersten Septemberhälfte mit Zimtsternen, Vanillekipferln, Leb- und Pfefferkuchen oder Dodminosteinen konfrontiert. 75 Prozent davon lehnen dies ab. Zwei von drei Deutschen sehen im November den richtigen Verkaufsstart. Immerhin 13 Prozent möchten Weihnachtsgebäck und -süßigkeiten erst im Dezember im Handelsregal oder auf Sonderflächen sehen.



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