Handelsmieten im Shutdown: Immobilienbranche ...
Handelsmieten im Shutdown

Immobilienbranche bereit für pragmatische Lösungen

imago images / Ralph Peters
In puncto Handelsmieten in Zeiten von Corona plädieren Experten für Kooperation statt Konfrontation.
In puncto Handelsmieten in Zeiten von Corona plädieren Experten für Kooperation statt Konfrontation.
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Handelsmieten im Shutdown
Immobilienbranche bereit für pragmatische Lösungen
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Händler wollen keine Miete mehr zahlen und schaffen damit viel Unruhe in der Immobilienbranche. Dort erkennt man die Not der Mieter und ist durchaus offen für pragmatische Lösungen.

Dramatische Entwicklungen spielen sich im Handelsimmobiliengeschäft ab. Die Vermieter stehen vor der Frage, wie sie mit säumigen Mietern umgehen sollen. Auf einer Immobilien-Konferenz des Bundesverbandes der Immobilien-Sachverständigen BIIS, die erstmals online stattfand, rät ein Experte zu Kooperation statt Konfrontation.

Die Beispiele häufen sich. Galeria Karstadt Kaufhof oder auch Deichmann setzen zum Teil ihre Mieten aus. Als Kenner des internationalen Shopping-Center-Geschäfts spricht sich Steffen Hofmann, Gründer von iMallinvest, für ein Entgegenkommen gegenüber den Mietern aus. Und das sei durchaus auch im Eigeninteresse der Vermieter. Der Mieter, den man verliert, ist auch in drei Monaten nicht so leicht zu ersetzen. Da kann es die wirtschaftlich bessere Variante sein, den Mieter zu stützen, unterstreicht der Asset Management-Berater.

Wie weit man dem Mieter entgegenkommen könne, hänge allerdings stark vom Finanzierungsprofil des Eigentümers ab. Nicht jeder könne einfach so auf Mieten verzichten, ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Denn die Mieten werden häufig benötigt, um Kredite bei den Banken zu bedienen. Darüber hinaus müsse ein Eigentümer abwägen, welches Vertrauensverhältnis zwischen Mieter und Vermieter herrsche.


Der Vorstoß von Adidas, keine Mieten mehr in den wegen Corona geschlossenen Standorten zu zahlen, hatte die Branche alarmiert. Inzwischen ruderte der Konzern wieder zurück. Adidas sei in dem Zusammenhang aber ohnehin das geringste Problem. Da geht es nur um 26 Flächen in Deutschland. Deichmann oder H&M ist da eine ganz andere Hausnummer, sagt der Immobilienexperte. In der Branche fürchtet man nun, dass diese Beispiele Schule machen. Dass die Mieter in einer extrem schwierigen Lage wären, sei allerdings klar.

Generell sei schon seit zwei Monaten zu beobachten, wie die Corona-Pandemie das Geschäft verändert. Es fing an mit den Frequenzen in den Shopping Malls, die sukzessive erheblich gesunken sind. Vor acht Wochen war Italien noch ein normales Land, berichtet Hofmann. Seither sei dort die Frequenz in Shopping Malls um 95 Prozent gesunken. Ähnliche Trends seien längst auch in Deutschland zu beobachten. Inzwischen häufen sich die Anrufe von Händlern in allen Ländern, die um Mietstundungen bitten oder sogar ankündigen, die nächste Miete nicht zu überweisen. Der Fokus müsse auf dem Erhalt der Vermietungsquote liegen. "Es ist einfach wichtig, dass dort wieder Handel stattfinden kann", sagt der Asset Management Berater.

Wie viele andere Immobilienexperten geht auch er davon aus, dass die Mietzahlungspflicht trotz Corona-Krise fortbesteht. Jetzt gehe es für alle Beteiligten darum, gute Lösungen zu finden, die helfen, Zeit zu gewinnen. Ziel sei es, danach schrittweise das Geschäft wieder aufzunehmen.
 



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