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Billa Box will mit Regional-Touch punkten

Rewe International
Außen Container, innen Rustikalcharme - in Kärnten haben vier Billa Regional-Boxen eröffnet.
Außen Container, innen Rustikalcharme - in Kärnten haben vier Billa Regional-Boxen eröffnet.
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Billa Box will mit Regional-Touch punkten
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Nach Tegut, Edeka Südwest und Migros launcht auch Rewe Österreich ein unbemanntes Minimarkt-Konzept. Die Billa Regional-Boxen brauchen nur wenig Technik und haben Platz für etwa 200 Artikel. Die meisten davon stammen von kleinen Erzeugern aus dem Umland.

Unbemannte Ministores: So sieht die Regional-Box von Billa aus


Elf Quadratmeter Fläche, 200 Produkte, wenig Technik-Schnickschnack – die neuen Regional-Boxen der Rewe-Tochter Billa kommen eher einfach-rustikal daher. Der abgespeckte Container-Verkaufsraum ähnelt mit seinen Holzregalen und Kisten einem einfachen Hofladen. Statt für Hochfrequenzlagen ist die Billa-Box bislang eher für Verbraucher gedacht, die in ländlichen Gemeinden ohne Nahversorger leben und dort eine unkomplizierte Einkaufsmöglichkeit vermissen.

Im Sortiment fokussiert sich der Händler auf Erzeugnisse lokaler Lieferanten. "Neben Produkten für den täglichen Bedarf wie Hygiene- und Reinigungsmittel, Taschentücher oder Toilettenpapier liegt der Schwerpunkt ganz klar auf den Erzeugnissen von lokalen Produzenten aus der unmittelbaren Umgebung", erläutert Paul Pöttschacher, Sprecher der Rewe International AG. So finden die Kunden auf der kleinen Boxfläche viel Frische wie Obst und Gemüse, Brot und Backwaren und Molkereiartikel, aber auch Trockenartikel wie Honig und Nudeln sowie Getränke. Derzeit arbeite das Unternehmen mit 39 Bauern und Kleinproduzenten aus 26 Ortschaften zusammen. Beliefert wird die Box täglich von einem Mitarbeiter aus einer nahegelegenen Billa-Filiale sowie von den jeweiligen Erzeugerpartnern.


Auch die technischen Voraussetzungen sind im Gegensatz zu Ministore-Konzepten wie "Teo" von Tegut oder dem Edeka-Konzept "E24/7" eher einfach gehalten. Für ihren Einkauf brauchen die Kunden keine spezielle App herunterzuladen. Der Zugang ist frei, die Boxen haben in der Regel von Montag bis Samstag zu gängigen Filialzeiten geöffnet. Nach der Produktauswahl scannen die Kunden die Strichcodes der Artikel am SB-Terminal. Preise für lose Ware kann man am Touchscreen finden. Dabei soll Sprachsteuerung die Eingabe erleichtern. Bezahlt wird in bar, per Smartphone über einen QR-Code oder per Karte.

Kärntner Startup liefert Shopkonzept

Konzeptpartner ist das kleine Unternehmen MyAcker. Das Startup aus Spittal an der Drau hat seine Idee der regionalen "Acker Box" via Franchise in Österreich bereits neun Mal im Einsatz, weitere acht Standorte sollen von Anfang Mai an allein in Klagenfurt eröffnen.

Auch über Billa will der Technologielieferant sein Format vorantreiben. "Unser Fokus dabei liegt auf einem möglichst ansprechenden, aber auch einfachen und intuitiven Einkaufserlebnis für unsere Kunden – dieser Anspruch verbindet uns mit Billa", sagt Co-Gründer Christoph Raunig in der gemeinsamen Pressemitteilung zum Projektstart.

Kritik vonseiten der Bauern

Kurz nach Eröffnung der Billa-Boxen gibt es allerdings nicht nur positive Reaktionen auf den regionalen Kooperationsansatz, wie derzeit in österreichischen Medien und in Social Media zu lesen ist. So sehen einige Bauern durch die Billa-Boxen die eigene Direktvermarktung, faire Preise und ihre Hofläden in Gefahr. Auch die Kärntner Landwirtschaftskammer warnt laut einem ORF-Beitrag vor der "massiven Konkurrenz" für Direktvermarkter und appelliert in einem Brief an die Kärntner Bürgermeister, im Zweifel nicht Handelskonzernen, sondern den bäuerlichen Selbstvermarktern den Vorzug zu geben, die gleichwertige professionelle Konzepte bereitstellen könnten.

Auf LZ-Nachfrage stellt Rewe International die Konzeptvorteile für die Lieferanten heraus. "Mit den Billa Regional Boxen möchten wir vor allem regionalen und lokalen Produzenten eine Bühne bieten – ganz besonders kleinen Kärntner Produzenten", so Pöttschacher. "Wir sprechen mit diesem Angebot gezielt Kleinproduzenten oder Bauern aus der unmittelbaren Umgebung an, die möglicherweise sonst nicht ausreichend Produkte für eine Listung im Handel herstellen können." Was das Preisniveau der Artikel angehe, setze man auf partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. "Dazu gehört selbstverständlich eine entsprechende Preisgestaltung dieser hochwertigen Produkte und eine angemessene Entlohnung unserer Lieferanten", so der Sprecher weiter.

Bislang seien die ersten Nutzerreaktionen positiv, der Händler habe "sehr gute Kundenrückmeldungen erhalten". Rewe International hat seit Mitte April bislang vier Billa Regional-Boxen in den Kärntner Gemeinden Baldramsdorf, Dellach, Flattach und Mörtschach geöffnet. Setzt sich das Konzept durch, soll es in weiteren Gemeinden auch in anderen Bundesländern ausgerollt werden, meldet das Handelsunternehmen.



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