Nonfood-Geschäft: Tchibo ringt weiter um Wach...
Nonfood-Geschäft

Tchibo ringt weiter um Wachstum

Carsten Milbret
Tchibo-Chef Thomas Linemayr kämpft gegen sinkende Nonfood-Umsätze.
Tchibo-Chef Thomas Linemayr kämpft gegen sinkende Nonfood-Umsätze.
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Nach einem leichten Umsatzrückgang im Vorjahr will Tchibo die Erlöse 2017 konstant halten. Doch auch dies erweist sich aufgrund des schwachen Nonfood-Geschäfts als schwierig.

Der Umbau des Nonfood-Sortiments in diesem Frühjahr bringt Tchibo vorerst nicht die erhofften Wachstumsimpulse. Der Händler und Kaffeeröster erwartet für das laufende Jahr "eine Entwicklung des Umsatzes auf Vorjahresniveau", wie die Mutter-Holding Maxingvest erklärt. Nach LZ-Informationen wird selbst dieses Ziel für den neuen Tchibo-Chef Thomas Linemayr zur Herausforderung. Das Geschäft bleibe bislang hinter den Erwartungen zurück, heißt es aus dem Unternehmen. Das Problem: Die beiden Wachstumstreiber Kaffee und E-Commerce schaffen es momentan nicht, die Rückgänge im schwierigen Nonfood-Geschäft zu kompensieren.

Eine Entwicklung, mit der Tchibo schon seit Jahren kämpft. Auch im vergangenen Jahr sorgten die Hartwaren – neben einer Kaffeepreis-Senkung – für einen Umsatzrückgang. So sanken die Erlöse leicht um 1,6 Prozent auf 3,308 Mrd. Euro. Seit April stemmt sich Tchibo nun mit mehr festen Warenkategorien in Depots, Filialen und dem Online-Shop gegen die nachlassende Attraktivität seines Konzepts. Während sich der neue Ansatz erst noch beweisen muss, steht bereits fest, dass die Investitionen für die Umsetzung auf das Ergebnis drücken werden. So kündigt Maxingvest an, dass das Ebit von Tchibo 2017 unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Gerade erst hatte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von den Belastungen durch das Spar-Programm "Fit for Growth" erholt und war 2016 auf 199 Mio Euro gestiegen, die Ebit-Umsatzrendite betrug 6 Prozent.

Online-Shop im Iran geplant

Um das Wachstum anzukurbeln, nimmt Tchibo zudem weitere Online-Märkte ins Visier. Nach China, wo der künftige Partner offenbar die Alibaba-Plattform Tmall ist, arbeiten die Hamburger auch an einem Online-Shop für den iranischen Markt. Dort will der Händler ebenfalls über einen Shop-in-Shop bei einer lokalen E-Commerce-Plattform Flagge zeigen. Die Idee zum Einstieg im Iran war bereits unter Linemayrs Vorgänger Markus Conrad entstanden. Der Ex-CEO mischt im Firmengeflecht der Unternehmerfamilie Herz weiter mit – als Teil eines Beirats, der aus altgedienten Wegbegleitern besteht und bei Maxingvest Management SE verortet ist.

Zeit lassen sich Michael und Wolfgang Herz sowie deren Kinder mit dem gesellschaftsrechtlichen Umbau der Tchibo-Mutterholding. Nach LZ-Informationen soll die Maxingvest AG nun doch nicht in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt werden. Dieser Schritt, der das Firmen-Imperium vor dem Zugriff Dritter schützen soll, wird offenbar auf einer übergeordneten Holding-Ebene vollzogen.



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