Babacous vor dem Rollout: Couscous statt Sush...
Babacous vor dem Rollout

Couscous statt Sushi

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Die Inszenierung ist ein wichtiger Teil des Konzepts von Babacous. Jede Verpackung erhält ein Kautschukbändchen mit Papieranhänger, auf dem die Zutatenliste steht.
Die Inszenierung ist ein wichtiger Teil des Konzepts von Babacous. Jede Verpackung erhält ein Kautschukbändchen mit Papieranhänger, auf dem die Zutatenliste steht.
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Babacous vor dem Rollout
Couscous statt Sushi
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Gründer Hartwig Retzlaff will sein Shop-in-Shop-Konzept "Babacous" mit Gerichten der Levante Küche im Handel etablieren. Der Pilot steht in einem Hamburger Edeka-Markt. Über den Sommer sollen weitere Shops vor allem in norddeutschen Städten hinzukommen.

Den Anfang hat "Babacous" bei Edekaner Volker Klein in Hamburg gemacht. Seit Mai vermietet der Händler in seinem 2700 qm großen Markt im Elbe-Einkaufszentrum eine 9 qm große Fläche an das Startup. Das Prinzip erinnert an die Sushi-Inseln von Eat-Happy: Eine Dachkonstruktion und Regalmöbel grenzen den Shop vom übrigen Markt ab. Die Kunden sehen im Hintergrund Mitarbeiter hantieren und im Vordergrund abgepackte Gerichte, die sie mitnehmen und an der Kasse bezahlen können. Statt Sushi sind es in diesem Fall Dips, Hummus, "Mezze" genannte kalte Vorspeisen, Salate und Bowls, die sich aus den Vorspeisen zusammensetzen.

Shop-in-Shop-Konzept: Babacous startet in Hamburg



Die Ähnlichkeit des Shops mit dem Konzept von "Eat Happy" ist kein Zufall. Babacous-Gründer Hartwig Retzlaff hat die Erfolgsstory des Sushi-Unternehmens mitgeprägt. 2013 war er Gründungspartner, zu der Zeit allerdings hauptberuflich als Geschäftsführer bei der Deutschen See beschäftigt. 2018 wurde er für ein Jahr Geschäftsführer von Eat Happy. Danach zog er sich sowohl aus der Geschäftsführung als auch aus dem Gesellschafterkreis zurück.

Jetzt will er mit Babacous noch einmal durchstarten, wieder an der Schnittstelle von Gastronomie und Handel. Wie einst Sushi, sieht er heute orientalische Gerichte im Trend. "Ich habe schon vor Jahren erkannt, dass die Levante-Küche die Fähigkeit zum Mainstream hat", so Retzlaff. Der Name "Babacous" des Anfang des Jahres gegründeten Unternehmens und der gleichnamigen Shops klingt arabisch, die Rezepte sind orientalisch geprägt.

Mit seinem Koch Lucas Diem hat Retzlaff 65 vegane und vegetarische Gerichte entwickelt, die an die mitteleuropäischen Geschmacksvorlieben mit "mehr Zitrone und weniger Knoblauch" angepasst sind, wie er sagt. Bis zu 30 verschiedene Gemüsesorten werden verarbeitet, darunter viel Regionales wie Rote Beete, Brokkoli, Salate und Karotten. Für das Exotische sorgten vor allem die Gewürze. Die ökologisch abbaubaren Verpackungen werden mit Kautschuk-Bändern und Zutatenschildern in Szene gesetzt. Das Preisniveau startet bei etwa 2,90 Euro für einen Dip bis knapp 10 Euro für die größte Bowl mit etwa fünf Vorspeisen.

Nach den ersten Test-Wochen bei Edeka Klein sieht Retzlaff sich bestätigt. "100 Kunden glaubten wir, täglich erreichen zu können, und die hatten wir vom ersten Tag an." Über den Sommer plane er die nächsten Expansionsschritte mit Händlern in Hamburg, Lübeck, Kiel, Flensburg, Lüneburg, Hannover und Berlin. Anfragen gebe es außerdem aus Köln und Düsseldorf.

Um die 100 Shops seien notwendig, um mit dem Konzept profitabel zu sein. Diese Marke möchte Babacous bis Ende 2022 erreicht haben. Nach der Anlaufphase hält Retzlaff es für möglich, signifikant um mehr als 100 Shops jährlich zu wachsen. Das würde dann der Erfolgsgeschichte von Eat Happy mit inzwischen mehr als 800 Inseln entsprechen.


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