Laura Arendt / Lidl: Vorbildlicher Auftritt
Laura Arendt / Lidl

Vorbildlicher Auftritt

Bert Bostelmann
Laura Arendt gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2021.
Laura Arendt gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2021.
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Laura Arendt / Lidl
Vorbildlicher Auftritt
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Auf den Hund gekommen ist Laura Arendt erst zu Jahresbeginn. Sein Vertrauen hat sie sich geduldig erarbeitet. Ebenso ihren Erfolg im Job. Als Verkaufsleiterin bei Lidl schlägt ihr Herz vor allem fürs Team.

Wie starten Sie in den Tag?

Mit meiner Hündin Lika und einer Runde im Park. Das hilft mir, um in den Tag zu finden und eine gewisse Ruhe zu bewahren. Danach schaue ich mir beim Frühstück meine Kennzahlen vom Vortag an und höre dann im Auto auf dem Weg zur Arbeit meist einen Podcast. Sehr zu empfehlen ist BabygotBusiness von Ann Kathrin Schmitz.


Was genau machen Sie bei Lidl?

Ich bin Verkaufsleiterin und betreue fünf Filialen in Leverkusen. Verantwortung trage ich zum Beispiel für das Personal, die Kennzahlen und die Umsetzung unserer Konzepte in meinem Bezirk. Insbesondere die Mitarbeiterentwicklung liegt mir sehr am Herzen.

Rührt das womöglich aus Ihrer vorherigen Position als Aus- und Weiterbildungsleiterin?

Ja. Der Mensch steht für mich immer im Fokus. Vor allem für die Auszubildenden bin ich ein Vorbild. Für mich bedeutet das, nicht die Beste zu sein, sondern das Beste aus anderen Menschen zu machen bzw. aus ihnen herauszuholen. Ich habe jeden Tag die Chance, meinen Mitarbeitern Wege aufzuzeigen, wie sie ihr Ziel erreichen können. Und genau dies motiviert mich, noch engagierter und zielstrebiger zu werden. In meinem Bezirk arbeiten zwei Filialleiterinnen, die ich zuvor als Azubi betreut habe und eine, die ich durch ihre Beförderung begleitet habe. Das macht mich besonders stolz.


Was war bisher Ihre größte Herausforderung?

Als am 15. Juli morgens um halb sechs das Handy klingelte und ich erfahren habe, dass eine Filiale überschwemmt wurde. Als ich selbst vor Ort war, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Der ganze Ort stand unter Wasser. Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen konnten. Autos, die bis oben hin vollgelaufen waren. Erst gegen 15 Uhr hatten wir die Möglichkeit, die Filiale zu erreichen. Dort bot sich für uns ein schlimmer Anblick. Der Markt war wortwörtlich abgesoffen.
Zur Person
Laura Arendt (29) war nach der Ausbildung zur Bürokauffrau beim Modehaus P&C unter anderem als Assistentin des HR Directors tätig. Jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen, ist ihr seit Sommer 2018 auch bei Lidl ein großes Anliegen. Auf sozialen Plattformen wie Tiktok hat sie dem Discounter schon
öfter ein Gesicht gegeben. Um das künftig noch professioneller
tun zu können, gibt sie ihr Preisgeld für eine Moderatorenausbildung aus.


Was ist dann passiert?

Meine Mitarbeiter haben es mit unermüdlichem Einsatz geschafft, dass wir innerhalb von einer Woche wiedereröffnen konnten, sodass die Menschen im Krisengebiet sich mit den nötigsten Dingen des Alltags versorgen konnten. Es war, abgesehen von dem ganzen Chaos in unserer Filiale, schlimm, die Hilflosigkeit der Anwohner mitanzusehen. Aber es hat mich auch zutiefst beeindruckt, wie alle zusammengehalten haben und Hand in Hand gearbeitet haben. Selbst Menschen, die sehr viel verloren haben, standen vor unserer Filiale und haben uns ihre Hilfe angeboten.

Wenn Sie gewusst hätten, was 2021 passiert, hätten Sie Ihre Karriere anders geplant?

Nein, man kann nicht immer alles planen. Das Jahr war sehr aufregend für mich. Ich habe im Unternehmen den Job gewechselt und das inmitten der Pandemie. Ob Filialumbauten, Überflutung oder der Ausbildungsstart mit neuen Azubis, immer durfte ich mich neuen Herausforderungen stellen. Auch wenn es nicht leicht war, hat mir jede Situation geholfen, über mich hinauszuwachsen. Die Auszeichnung mit dem Förderpreis zeigt mir, dass es sich lohnt, auf jede Challenge einzugehen, und motiviert mich auch für die Zukunft.

Wofür würden Sie sich am ehesten ehrenamtlich einsetzen?

Im Tierschutz würde ich gerne viel mehr bewegen. Lika haben wir Anfang des Jahres aus einer Tötungsstation adoptiert. Wenn es zeitlich zu vereinbaren wäre, würde ich regelmäßig Pflegehunde aufnehmen, bis diese ein liebevolles Zuhause gefunden haben. Ehrenamtlich aktiv bin ich außerdem als Prüferin bei der IHK.

Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?

Mein Partner und ich haben Lika erst Anfang des Jahres aus dem Tierschutz adoptiert. Daher verbringe ich meine Freizeit sehr gerne im Grünen mit dem Hund. Das macht den Kopf frei und ist für mich der Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Außerdem interessiere ich mich sehr für Mode und verbringe daher sehr viel Zeit im Textileinzelhandel.

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