Analyse zur Mehrwertsteuer-Senkung Diese Waren werden jetzt häufiger gekauft

von Helena Birkner (HORIZONT)
Dienstag, 21. Juli 2020
Die Menschen gehen wieder vermehrt zum Shoppen in die Innenstadt, wie hier auf der Frankfurter Zeil, stören sich zum Teil aber an der Maskenpflicht
Imago Images / Xinhua
Die Menschen gehen wieder vermehrt zum Shoppen in die Innenstadt, wie hier auf der Frankfurter Zeil, stören sich zum Teil aber an der Maskenpflicht
Analyse zur Mehrwertsteuer-Senkung
Diese Waren werden jetzt häufiger gekauft
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Die Studienreihe der Pilot-Agenturgruppe zeigt, wie sich mit der Stimmungslage der Deutschen auch die Konsumgewohnheiten durch Corona verändern. Während die Senkung der Mehrwertsteuer Kaufimpulse setzt, ist die Haltung zu Masken ambivalent.
Die Senkung der Mehrwertsteuer am 1. Juli hat dazu geführt, dass 14 Prozent der Deutschen bereits zusätzliche Anschaffungen getätigt haben oder diese nach eigener Aussage noch sicher planen. Corona-bedingte Einsparungen investieren die Umfrageteilnehmer vorrangig in Bekleidung und Schuhe, gefolgt von Möbeln und kleineren Haushaltsgeräten. Für die aktuelle Pilot Radar Erhebung wurden vom 8. bis 10. Juli wieder über 1000 repräsentative Online-Interviews geführt, um daraus resultierend Empfehlungen für die Kommunikationsbranche abzuleiten.
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Pilot Radar
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Das Interesse am Konjunkturpaket ist der Umfrage nach mit 52 Prozent unverändert (KW 24: 55 Prozent). Allerdings ist mit 46 Prozent inzwischen fast die Hälfte der Deutschen der Meinung, dass dadurch überhaupt kein positiver Einfluss auf die persönliche Lage zu erwarten sei (KW 24: 43 Prozent). Von den beschlossenen Maßnahmen befürworten mit 54 Prozent die meisten Befragten die Senkung der Mehrwertsteuer (KW 24: 59 Prozent), 43 Prozent finden den Kinderbonus gut (KW 24: 44 Prozent) und lediglich 15 Prozent heißen aktuell die Kaufprämie für E-Autos gut (KW 24: 17 Prozent).

Mehrwertsteuer-Senkung
Imago Images / Christian Ohde

Mehr als ein Drittel der Deutschen ist zudem der Meinung, dass die Senkung der Mehrwertsteuer hauptsächlich den Unternehmen zugutekommt. Daher würden wohl auch 44 Prozent dafür plädieren, dass die Firmen dazu verpflichtet werden sollten, die Nachlässe an die Konsumenten weiterzugeben. Nur 17 Prozent der Befragten trauen der Mehrwertsteuersenkung die erhoffte Wirkung zu, dass die Bürger tatsächlich auch mehr Geld ausgeben werden.

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Das Dilemma mit den Masken

Die Maske ist das aktuelle Icon der Corona-Krise. Die Befragten empfinden derzeit eine ausgeprägte Ambivalenz zwischen sinnvoller gesundheitlicher Prävention – auch zur Verhinderung eines zweiten Lockdowns – und der damit verbundenen Beeinträchtigungen und Störung des Allgemeinbefindens, das eine Rückkehr zur ersehnten Normalität verhindert. So halten 71 Prozent der Deutschen die Maskenpflicht für sinnvoll, bis ein Impfstoff entwickelt worden ist, wenngleich 68 Prozent wiederum angeben, dass ihnen die Maske den Spaß beim Einkaufsbummel verleidet.

Wird eine Beeinträchtigung empfunden, so tritt dies mit 83 Prozent am häufigsten beim Lebensmitteleinkauf auf (KW 26: 88 Prozent), was laut Studienverantwortlichen maßgeblich auch auf die Häufigkeit dieser Besorgungen zurückzuführen sei. Und mit 47 Prozent fühlt sich immerhin fast die Hälfte der Menschen durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Freizeitverhalten eingeschränkt.

Masken Maskenpflicht Shoppen Einkaufen
Imago Images / Petra Schneider

Hemmnisse gezielt weiter abbauen

Trotz seit Wochen sinkender Sorgen über Corona bestehen bei den Verbrauchern weiterhin Ängste, die sich als Konsum-Barrieren erweisen. So gilt die allgemeine Zurückhaltung besonders für den Besuch von Restaurants wie für große Einkaufszentren und Malls: Hier gaben jeweils 52 Prozent der Befragten an, diese derzeit noch zu meiden. Als Hinderungsgrund führten 74 Prozent an, hierfür nicht in Stimmung zu sein, 58 Prozent äußerten Befürchtungen, sich dort infizieren zu können. Unter den "Meidern" sind überdurchschnittlich viele Frauen und ältere Personen sowie Gering-Verdiener vertreten – Personen, die sich auch besorgter zeigen.

Generell zeigt sich anhand der 13. Erhebungswelle aber, dass der Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität kontinuierlich wächst. Die Sommerferien rücken die durch Corona empfundenen Einschränkungen ein wenig in den Hintergrund. Outdoor-Aktivitäten wie Sport treiben oder Freunde treffen gewinnen – teilweise wohl auch saisonal bedingt – an Relevanz.

Out of Home sei dadurch als Werbemedium inzwischen wieder interessant geworden. "Dies ist eine interessante Chance für Werbetreibende, denn die Menschen gehen nicht nur raus, sondern tendenziell auch weniger in den Urlaub als üblich. Strategie-Experte Christian Schneider, Director Strategy bei Pilot. Schneider sieht hier auch Möglichkeiten für die E-Com-Branche: "Anstelle des Einkaufsbummels kann hier die Shopping-Inspiration über Außenwerbung getriggert werden", sagt er.

Da die Menschen des Themas Corona inzwischen überdrüssig seien, könne auch in der Werbung wieder über entspannende Inhalte für Ablenkung gesorgt werden, so Schneider. "Optionen eröffnen sich darüber hinaus vor allem auch am POS. Hier kann über attraktive Eventflächen oder Wohlfühlinseln, beispielsweise mit exklusiver Beratung und Betreuung, das Einkaufserlebnis gesteigert und die unangenehme Situation des Maskentragens kompensiert werden."

Dieser Text erschien zuerst auf www.horizont.net.


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