Sportfachhandel Spektakulärer Schulterschluss von Decathlon, Intersport und Sport 2000

von Mara Javorovic (TW)
Montag, 18. Januar 2021
Die Sportfachhändler fordern Produktkategorien wie Sport zu Hause als "essenziell und gesundheitsrelevant" einzustufen. (Symbolfoto)
imago images / Westend61
Die Sportfachhändler fordern Produktkategorien wie Sport zu Hause als "essenziell und gesundheitsrelevant" einzustufen. (Symbolfoto)
Sportfachhandel
Spektakulärer Schulterschluss von Decathlon, Intersport und Sport 2000
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Mit einem gemeinsamen offenen Brief wollen die drei mit Abstand größten Akteure im deutschen Sportfachhandel auf ihre Situation aufmerksam machen. Das Schreiben, das der TextilWirtschaft exklusiv vorliegt, wurde unterzeichnet von Decathlon Deutschland-CEO André Weinert, Intersport Deutschland-CEO Alexander von Preen und Sport 2000-CEO Hans-Hermann Deters. Der bislang einmalige Schulterschluss der sonst im harten Wettbewerb stehenden Unternehmen zeigt, wie dramatisch die Lage im stationären Sportfachhandel offensichtlich ist.

"Wir möchten vorab unterstreichen, dass wir die Notwendigkeit und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie keineswegs in Frage stellen", betonen die Unterzeichnenden in ihrem Schreiben vom Freitag (15. Januar 2021), das adressiert ist an Bundeskanzlerin Merkel, Bundesminister Altmaier sowie an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. "Wir tragen die getroffenen Beschlüsse von Bund und Ländern mit. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass wir uns gemeinsam verantwortungsvoll dieser Herausforderung stellen müssen."

Kern der Forderung ist die Gleichbehandlung mit anderen Marktteilnehmern. "Wir sind uns analog zu Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Werkstätten, Optiker etc. unserer Verantwortung bewusst und können Ihnen versichern, dass wir auch verantwortungsvoll mit Ihrem entgegengebrachten Vertrauen umgehen werden."

Vor allem stellen die Unterzeichner die Bedeutung des Sports für die Gesundheit in diesen Zeiten heraus. Viele sportliche Aktivitäten seien richtigerweise eingeschränkt, "aber die noch verbleibenden sportlichen Möglichkeiten sind essenziell für unsere Gesellschaft und deren Gesundheit".

"Mit Ihrem Beschluss, den stationären Einzelhandel und somit auch den Sporteinzelhandel zu schließen, schließen Sie allerdings auch den Zugang zum Sport. Denn obwohl der Sporteinzelhandel viele Voraussetzungen für den Onlinehandel geschaffen hat und digitale Absatzkanäle seinen Kunden zur Verfügung stellt, zeigt der Umsatzrückgang von voraussichtlich 70 Prozent im Januar, warum es den stationären Sporteinzelhandel gibt."

Daher der Appell, folgende Produktkategorien als "essenziell und gesundheitsrelevant" einzustufen: Sport zu Hause (Fitness, Kraftsport, Yoga…), Sport für die Mobilität – um auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten (Fahrräder, Scooter…) und Sport an der frischen Luft – individual oder mit der Familie (Outdoor, Running…).

Die Verbundorganisationen Intersport und Sport 2000 repräsentieren in Summe rund 2000 Sporthändler, die 2019 mehr als 5 Mrd. Euro erlöst haben. Decathlon ist deren ärgster Konkurrent, der 2019 als größter hiesiger Sporthändler allein 659 Mio. Euro Umsatz machte.

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilwirtschaft.de.

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