Charlotte Boßeler / Froneri Ice Cream Eiskalt verhandeln

von Maurizio Giuri
Freitag, 09. November 2018
Charlotte Boßeler gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2018.
Bert Bostelmann
Charlotte Boßeler gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2018.
Früher wollte Charlotte Boßeler Stewardess werden und die weite Welt erkunden. Heute sorgt sie als Einkäuferin bei Froneri Ice Cream dafür, dass für die Eisproduktion immer genug Rohstoffe auf Lager sind.

Was war Ihre letzte gute Idee?

Nach meinem berufsbegleitenden Studium erstmal eine Pause einzulegen und durchzuatmen. In der Zeit bin ich meinem Hobby, dem Reisen, nachgegangen. Ich habe mehrere Wochen in den USA verbracht, Land und Leute besser kennengelernt und meine Schwester besucht.

Was machen Sie morgens als Erstes nach dem Aufstehen?

Ich gehe direkt duschen. Das bringt den Kreislauf in Schwung und ermöglicht mir, die nötige Energie für den Tag zu sammeln. Manchmal entstehen unter der Dusche die besten Ideen für den Arbeitstag. Anschließend informiere ich mich über die aktuellen Tagesthemen.

Wie sieht Ihr Job bei Froneri genau aus?

Als Einkäuferin für die deutschen Werke Osnabrück und Uelzen bin ich für die Beschaffung von Rohstoffen für Speiseeis und Tiefkühlbackwaren zuständig. Ich analysiere die Beschaffungsmärkte und erschließe neue Lieferquellen im In- und Ausland. Das Führen von Preis- und Konditionsverhandlungen mit nationalen und internationalen Lieferanten gehört zu meinem täglichen Geschäft.

Was muss geschehen, um Sie in gute Stimmung zu versetzen?

Schon der Komponist August Mühling hat im 19. Jahrhundert erkannt: "Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König!" Ich bin eine Frohnatur – immer optimistisch und positiv gestimmt. Lächeln ist ansteckend und gesund. Es hat mich im Leben bislang immer vorangebracht.

Zur Person

Charlotte Boßeler (28) ist bei Froneri Ice Cream als Einkäuferin für die Beschaffung der Rohstoffe zuständig. Dort verantwortet sie bereits in jungen Jahren ein Volumen von über 100 Millionen Euro. Was sie mit ihrem Preisgeld finanzieren möchte, weiß die studierte Betriebswirtin schon ganz genau: eine Fortbildung zur Nachhaltigkeitsmanagerin sowie ein Seminar an der Universität Bristol zum Thema nachhaltige Entwicklung.

Was denken Ihre besten Freunde über Ihren Job?

Dass ich den ganzen Tag nur im Büro sitze und Eis esse. So ganz stimmt das natürlich nicht, aber ich bin tatsächlich beruflich wie privat eine kleine Naschkatze.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung?

Um neue Management-Modelle kennenzulernen und meine persönlichen Fähigkeiten auszubauen, habe ich mich für ein dreieinhalbjähriges berufsbegleitendes BWL-Studium entschieden. Durch die Doppelbelastung zwischen Studium und Beruf musste ich lernen, mich noch besser zu organisieren und klare Prioritäten zu setzen.

Welchen Beruf könnten Sie niemals ausüben und warum?

Respekt habe ich vor Dachdeckern, Gerüstbauern oder Industriekletterern, die tagtäglich in schwindelerregender Höhe arbeiten müssen.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Als Kind wollte ich Stewardess werden. Schon von klein auf durfte ich dank meiner Eltern die Welt erkunden. Gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester sind wir jedes Jahr gereist. Auf dem Weg zum Urlaubsziel war es das größte Erlebnis für mich, am Flughafen einzutreffen und loszufliegen. Die Leichtigkeit, mit der ein Flugzeug abhebt, und der Blick über die Wolken haben mich fasziniert.

Auf welcher Seite im Netz verbringen Sie zu viel Zeit?

Definitiv auf Instagram. Da suche ich insbesondere nach den neuesten Food-Trends und prüfe deren mögliche Adaption auf den Speiseeisbereich.

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