Corona-Krise Deutsche Verbraucher im EU-Vergleich am optimistischsten

von Marco Kitzmann
Donnerstag, 02. April 2020
In Deutschland gibt es derzeit leere Einkaufsstraßen.
imago images / Jochen Tack
In Deutschland gibt es derzeit leere Einkaufsstraßen.
Corona-Krise
Deutsche Verbraucher im EU-Vergleich am optimistischsten
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Die weltweite Covid-19-Pandemie setzt ein Fragezeichen hinter so ziemlich alles – auch bei deutschen Verbrauchern. Einer aktuellen Studie zufolge schauen die Bundesbürger aber optimistischer auf die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen als andere EU-Länder. Ihre Ausgaben wollen sie dennoch kräftig zurückschrauben.

Wie lange die Corona-Krise Deutschland und die Welt noch in Schockstarre hält, wird maßgeblichen Einfluss darauf haben, welche wirtschaftlichen Langzeitfolgen uns erwarten. Die allgemeine Unsicherheit darüber äußert sich nicht nur, indem Unternehmen reihenweise ihre Prognosen zum Geschäftsjahr einkassieren und durch große Fragezeichen ersetzen. Auch die Bundesbürger sind verunsichert und fragen sich, was auf sie zukommt. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Marktforschungsinstituts McKinsey, deren Ergebnisse der LZ exklusiv vorab vorliegen.

Demnach geht die Mehrheit der befragten Deutschen (rund 60 Prozent) davon aus, dass die Wirtschaft mindestens 6 bis 12 Monate unter den Nachwirkungen der Pandemie zu leiden haben und auch danach stagnieren oder allenfalls langsam wachsen wird. 15 Prozent sehen die Zukunft pessimistisch und erwarten einen langanhaltenden negativen Einfluss, der zu einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung oder gar einer andauernden Rezession führen wird.

Gut ein Viertel der Befragten äußert sich aber positiv und geht davon aus, dass sich die Wirtschaft binnen 2 bis 3 Monaten von Covid-19 erholen und zu seiner alten Stärke zurückfinden wird. Dieser Wert ist innerhalb des Befragungszeitraums sogar leicht angestiegen. Im europäischen Vergleich stimmt die Corona-Krise die Deutschen damit noch am wenigsten pessimistisch, so die Analysten von McKinsey.




Die Einschätzung wirkt sich auch auf die Erwartungen an die eigene Finanzsituation aus: Zwar hat die Mehrheit noch keine Einkommenseinbußen verzeichnet, doch die Sorge darüber wächst für die nahe Zukunft. Haben in den zwei Wochen vor der Befragung (28./29. März) etwa ein Fünftel schon Abstriche machen müssen, erwartet dies für die darauffolgenden zwei Wochen immerhin schon jeder Dritte.

Das wiederum hat direkte Auswirkung auf das Ausgabeverhalten: Mehr Geld erwarten die Deutschen nur für Lebensmittel, Essenslieferdienste sowie Home-Entertainment-Angebote auszugeben. In fast allen anderen abgefragten Kategorien dagegen wollen die Bundesbürger ihre Ausgaben zurückschrauben.

Frank Sänger (l.) und René Schmutzler beraten bei McKinsey Konsumgüterunternehmen.
McKinsey

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