Corona-Krise Drama für Blumenproduzenten

von Dirk Lenders
Donnerstag, 19. März 2020
Gefährdet: Nicht nur die Spargelernte ist in Gefahr, falls die ausländischen Erntehelfer ausbleiben.
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Gefährdet: Nicht nur die Spargelernte ist in Gefahr, falls die ausländischen Erntehelfer ausbleiben.
Corona-Krise
Drama für Blumenproduzenten
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Die Sorge vor fehlenden Erntehelfern ist ein großes Thema für die grüne Branche. Sie richtet einen Appell an die Politik. Auch sonst sind die Herausforderungen derzeit extrem.

Zumindest in einem Punkt herrscht Klarheit: Erntehelfer in der Landwirtschaft sollen trotz der aktuellen Einreisebeschränkungen wegen der Corona-Krise weiter nach Deutschland kommen dürfen. "Es gibt spezielle Formulare, die die Betriebe den Helfern aushändigen können, damit diese problemlos einreisen können", sagte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber am Mittwoch in Eitting bei München. Dennoch blieben nach dem Statement einige Fragen offen: Wie gelangen die Erntehelfer überhaupt bis nach Deutschland? Wollen sie überhaupt kommen, oder fürchten sie eine Ansteckung? Werden es genügend Saisonkräfte sein?

Grund genug für die Branche, einen gemeinsamen Appell an die Politik zu richten. Der Forderungskatalog umfasst sieben Punkte, wie die Einführung von Transitregelungen, eine flexiblere Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen wie die Ausweitung der 70-Tage-Regelung und flexiblere Regelungen bei der Arbeitszeit. Außerdem sollten Anreize für andere Personengruppen geschaffen werden. Beispielsweise durch eine Aufrechterhaltung des Kurzarbeitergeldes bei einem Nebenverdienst. So bestünde die Möglichkeit, frei werdendes Personal aus anderen Branchen wie der Gastronomie für den Sonderkulturbereich zu gewinnen.

Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG
Landgard/jochenrolfes.de

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"Gerade die jetzt beginnende deutsche Saison stellt uns vor wahnsinnige Herausforderungen. Wir bitten alle Beteiligten, hier mitzuarbeiten, zu helfen und persönliche Befindlichkeiten oder Einzelinteressen zurückzustellen", appelliert Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG. Schon jetzt seien die Herausforderungen für die grüne Branche extrem. Durch die aktualisierte Anweisung der sofortigen Schließung auch von Blumengeschäften breche ein außerordentlich wichtiger Absatzkanal für Blumen- und Pflanzenprodukte weg. "Dies wird dramatische Auswirkungen für die Produzenten haben", sagt Rehberg voraus.

Die möglichst zuverlässige Warenversorgung habe für Landgard oberste Priorität. Die Erzeugergenossenschaft sei über ein Präventionsteam Coronavirus im ständigen Austausch mit Erzeugern, Kunden und Branchenvertretern. Rehberg: "Gemeinsam erarbeiten wir Strategien und konkrete Maßnahmen, um auch unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen tagtäglich unsere Geschäftstätigkeit und vor allem die Versorgung unserer Kunden mit Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen bestmöglich aufrechtzuerhalten."

Wichtig sei in diesem Zusammenhang, offen mit den Kunden zu kommunizieren und klar mitzuteilen, dass Landgard in dieser besonderen Situation nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sei.

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

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