Coronavirus Spielzeugbranche trotz Ostergeschäft in der Krise

Montag, 06. April 2020
Für die Spielwarenbranche sind vor allem die geschlossenen Läden problematisch.
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Für die Spielwarenbranche sind vor allem die geschlossenen Läden problematisch.
Coronavirus
Spielzeugbranche trotz Ostergeschäft in der Krise
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Ostern steht vor der Tür – und die Spielzeugläden sind zu. Die Branche erwartet deshalb Einbußen. Leer wird aber wohl kein Osternest bleiben.

Vor Ostern freut sich die Spielwarenbranche normalerweise über gute Umsätze. Nicht so in diesem Jahr: "Das Frühjahrsgeschäft, besonders das Ostergeschäft, leidet bereits unter der Corona-Krise", sagte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielzeugindustrie (DVSI). Existenzsorgen minderten die Kauflaune der Verbraucher. Problematisch seien für die Branche aber vor allem die geschlossenen Läden. "Der Onlinehandel konnte und kann das nicht kompensieren", so Brobeil.

Rund 40 Prozent ihrer Umsätze macht die Spielwarenbranche im Internet. Der Großteil des Sortiments besteht nach Angaben von Brobeil aber aus Produkten unter 20 Euro wie Sammelfiguren, Bastelsachen oder kleinen Spielen. Diese Waren suchen die Kunden meist nicht gezielt, sondern nehmen sie spontan beim Einkaufen mit – also klassische Mitbringsel und kleine Ostergeschenke. "Gerade dieses Sortiment ist in hohem Maße auf den stationären Handel angewiesen", sagte Brobeil.

Dramatische Situation

Die Situation für die Spielzeuggeschäfte ist nach Angaben des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels gerade jetzt dramatisch. "Geschlossene Läden im Ostergeschäft sind für die Händler eine Katastrophe und existenzbedrohend", sagte Geschäftsführer Steffen Kahnt. Viele Händler haben gerade viel neues Spielzeug bestellt und sind dafür zum Teil in Vorlage gegangen. Um zumindest etwas Geld wieder reinzubekommen, liefern sie ihren Kunden bestellte Artikel jetzt direkt vor die Haustür oder bieten diese zum Abholen an.

Das Ziel der Händler sei zurzeit, ihre Bestandsware zu verkaufen, sagte Brobeil. Neuheiten orderten sie dagegen eher nicht. Auch die Lage in Italien, Spanien oder den USA mache den Unternehmen zu schaffen. Das bekommt etwa Playmobil-Hersteller Brandstätter aus dem fränkischen Zirndorf zu spüren. "Viele Bestellungen werden storniert", sagte Sprecher Björn Seeger. Das Unternehmen rechnet deshalb mit kräftigen Umsatzeinbußen.

Nach Angaben des DVSI setzen die Hersteller bereits vereinzelt auf Kurzarbeit und planen ihre Produktion anzupassen, sollte die Krise noch über den April hinaus reichen. Doch im Vergleich zu anderen Branchen könnte die Spielwarenbranche die Ausnahmesituation etwas besser wegstecken. Denn am Kind werde immer zuletzt gespart, sagte Brobeil. So kauften Eltern und Großeltern trotz der Krise immer noch Spielzeuge Ulrich Brobeil – statt zwei dann aber eben nur noch eins zu Ostern.

Mehr Gesellschaftsspiele, Puzzles, Computerspiele

Besonders gut gehen zurzeit Produkte, die gemeinsamen Familienspaß oder eine längere Beschäftigung der Kinder versprechen. So verkaufte der Versandhändler Otto nach Angaben eines Sprechers in den vergangenen zwei Wochen deutlich mehr Gesellschaftsspiele, Puzzles und Computerspiele.

Beim Spielehersteller Ravensburger stieg die Nachfrage nach Puzzles sprunghaft – sodass diese inzwischen im Handel oft ausverkauft seien und nicht schnell genug nachgeliefert werden könnten, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch Brettspiele sowie Kinder- und Jugendbücher würden mehr nachgefragt. Wegen der Corona-Krise seien jedoch die Produktion und der Weg zum Kunden erschwert. Daher rechnet auch Ravensburger mit negativen Folgen für seine Geschäfte. (dpa)

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