Coronavirus JAB rechnet mit Einbrüchen bei Coty und Pret a Manger

von Hans Bielefeld
Mittwoch, 18. März 2020
JAB-Chef Peter Harf: "Wir sind sehr liquide aufgestellt."
Hans-Rudolf Schulz
JAB-Chef Peter Harf: "Wir sind sehr liquide aufgestellt."
Coronavirus
JAB rechnet mit Einbrüchen bei Coty und Pret a Manger
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
Die Investmentholding JAB wird von der Corona-Krise getroffen. Vor allem im Restaurantgeschäft und beim Kosmetikkonzern Coty erwartet Chairman Peter Harf "Einbrüche". Im Kaffeegeschäft rechnet Harf dagegen mit einem "Rekordjahr". Den Kaffeekonzern JDE Peet‘s will er trotz der Krise noch 2020 an die Börse bringen.

   

Die Coronakrise trifft die Invesmentholding JAB mit voller Wucht. Insbesondere im Kosmetik- und im Restaurantgeschäft rechnet Chairman Peter Harf mit Einbußen. "Belastet vom Coronavirus werden vor allem Bally, Coty und unser Restaurantgeschäft. Dort erwarten wir Einbrüche, die wir durch entsprechende Reaktionen versuchen zu minimieren", sagte Harf im Gespräch mit der LZ. Im Notfall verfüge JAB über genügend Liquidität, um bei den Restaurantketten Pret a Manger und Panera Bread sowie bei Coty und Bally Geld nachzuschießen.

Insgesamt bezifferte Harf die liquiden Mittel von JAB auf 4 Mrd. Euro. Im Notfall könne die Invesmentgesellschaft den Unternehmen aber auch noch mehr Geld zur Verfügung stellen. "Bei JDE, Peet‘s oder bei anderen Firmen, bei denen die Liquidität sehr gut ist, können wir Liquidität abziehen und sie anderen Firmen zuführen. Wir sind sehr liquide aufgestellt", sagt Harf.

Bei großen Teilen der JAB-Beteiligungen sieht der Investmentstratege allerdings auch positive Auswirkungen der Corona-Krise. "Rund die Hälfte unserer Unternehmen macht Umsätze mit Geschäften des täglichen Bedarfs. Diese Produkte werden durch das Zuhausebleiben eher stärker nachgefragt als bisher", so Harf. So sei im Kaffeegeschäft der Heimverzehr der bedeutendste Teil. Das gelte für die Unternehmen wie Peet’s und insbesondere für JDE. "Wir werden bei diesen Unternehmen 2020 jeweils Rekordjahre sehen", erwartet der Manager.

Auch für den Getränkekonzern Keurig Dr Pepper (KDP) zeigt sich Harf trotz der deutlichen Verluste der Aktie - sie hat seit Anfang des Jahres rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt - zuversichtlich. "Ich erwarte, dass sich der Aktienkurs von KDP zügig erholen wird, weil die Investoren kapieren werden, dass KDP aufgrund der Krise höhere Umsätze und Gewinne erzielen wird", sagt er.

Auch für den Börsengang des Kaffeekonzerns JDE Peet's verbreitet Harf im Gespräch mit der LZ Zuversicht. "In Bezug auf Umsatz und Gewinn ist das Unternehmen gerade im Aufwind. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den Börsengang 2020 hinbekommen." Falls das wegen der Corona-Krise nicht klappen sollte, werde JAB das Unternehmen im Frühjahr 2021 oder "notfalls auch erst Ende 2021" an die Börse bringen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der kommenden LZ-Ausgabe 12

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Anzeige

Meistgelesen

stats