Anti-Corona-Kampagne Unilever bekämpft Pandemie mit Millionen Euro

von Jörg Rode
Freitag, 27. März 2020
Unilever-CEO Alan Jope: "Wir wollen helfen, Seifen- und Hygieneprodukte leichter verfügbar zu machen."
Unilever
Unilever-CEO Alan Jope: "Wir wollen helfen, Seifen- und Hygieneprodukte leichter verfügbar zu machen."
Anti-Corona-Kampagne
Unilever bekämpft Pandemie mit Millionen Euro
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
Unilever startet zwei Anti-Corona-Programme im Umfang von weltweit 150 Mio. Euro. Im Wesentlichen geht es um die kostenlose Abgabe von Seifen, Desinfektionsmitteln sowie Nahrungsmitteln und eine große Hygiene-Kampagne in wirtschaftsschwachen Ländern.

Nach eigenen Angaben will der FMCG-Konzern Unilever Seifen und Desinfektionsmittel im Wert von 50 Mio. Euro an die Anti-Corona-Initiative des Weltwirtschaftsforums spenden. Diese "Covid Action Platform of the World Economic Forum" wiederrum wird das Material an Hilfsorganisationen und -behörden in der ganzen Welt weitergeben, vor allem in armen Ländern. Um die Effizienz der Spende von Desinfektionsmitteln auszuweiten, wird Unilever bestehende Produktionsanlagen für die Abfüllung von Gebinden umrüsten, die in Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Schulen eingesetzt werden können.

Parallel dazu bekommen auch nationale Gesundheitsbehörden verschiedener Länder Seifen und andere Unilever-Produkte sowie Schulungsmaterial zum "richtigen Händewaschen", wenn sie diese Materialien an lokale Organisationen und Communities weitergeben.

Für seine Mitarbeiter kündigte Unilever am gleichen Tag eine Lohngarantie für maximal drei Monate an, falls sie wegen Quarantäne, Fabrikschließungen,  Marktverwerfungen oder aus anderen Corona-Gründen nicht arbeiten können. Der Konzern bezieht in diese Lohngarantie ausdrücklich auch Beschäftigte von Subunternehmen an Unilever-Standorten sowie Teilzeit-Beschäftigte mit ein. Dabei sollen allerdings staatliche Zahlungen wie das deutsche Kurzarbeitergeld Vorrang haben.

Das Anti-Corona-Programm von Unilever soll auch Lieferanten und Kunden bei der Erhaltung ihrer Lebensgrundlage unterstützen. Für die Hilfen "entlang der erweiterten Lieferkette" reserviert der FMCG-Hersteller nach eigenen Angaben 500 Mio. Euro. Der größte Teil davon soll an "kleine und mittelständische Lieferanten" fließen, um sie mit Liquidität zu versorgen. Ein anderer Teil soll an "ausgewählte kleine Händler" gehen, die Unilever-Kunden sind. Die oben genannten vier Punkte will sich Unilever nach eigenen Angaben in der Summe 100 Mio. Euro kosten lassen.

In einem zweiten Hilfsprogramm will der Konzern in Großbritannien zusammen mit dem Ministerium UK Aid Nichtregierungsorganisationen und anderen Akteuren in einigen "der ärmsten Ländern" der Dritten Welt insgesamt „bis zu" 110 Mio. Euro (100 Mio. GBP)  zukommen lassen. Davon will Unilever laut UK Aid die Hälfte aufbringen, also bis zu 55 Mio. Euro.

UK Aid ist das britische Ministerium für Entwicklungshilfe, genannt Ministerium für Internationale Entwicklung (Department for International Development). Der Beitrag von Unilever zu dieser Gemeinschaftsaktion besteht aus Finanzhilfe und der Lieferung von "20 Mio. Hygiene-Artikeln" insbesondere der Unilever-Marken Domestos und Lifebuoy, heißt es in einer Erklärung von UK Aid.

Als Zielgruppe für diese Finanz-Hilfen und vor allem umfangreiche Kampagnen für Anti-Corona-Hygiene und richtiges Händewaschen nennt das Ministerium Menschen in afrikanischen und asiatischen Ländern wie Kenia, Ghana und Bangladesh. Kanalisiert werden soll die Hilfe über britische und internationale NGOs sowie weitere Partner. "Geleitet" werden soll die Kampagne nach Angaben von UK Aid von Mitarbeitern der Unilever-Marken Domestos und Lifebuoy. 

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats