YBF bei Carl Kühne und Edeka Meyer Auf zu neuen Ufern mit der "MS Kühne"

von Sabrina Schadwinkel und Silke Biester
Donnerstag, 08. Juni 2017
Beim Begrüßungsabend auf der Cap San Diego stimmt Kühne-Chef Stefan Leitzdie rund 70 YBF-Teilnehmer auf den Strategie-Turn des traditionsreichen Sauerkonservenherstellers ein.
R. Rosendahl
Beim Begrüßungsabend auf der Cap San Diego stimmt Kühne-Chef Stefan Leitzdie rund 70 YBF-Teilnehmer auf den Strategie-Turn des traditionsreichen Sauerkonservenherstellers ein.
Wie bringt man eine Traditionsmarke auf Kurs? Wie überzeugt man den Handel und die Konsumenten von neuen Produkten? Antworten lieferte die Young Business Factory zu Gast bei Carl Kühne und Edeka Meyer.



Erst eine Regendusche, dann Sonne: Das Hamburger Wetter zum Auftakt der Young Business Factory (YBF) passt zur jüngeren Unternehmensgeschichte des Sauerkonservenherstellers Carl Kühne. Noch 2013 glich das Unternehmen einem Segelschiff mit starker Tradition, aber auch mit Schlagseite. Umsatz und Marktanteile waren rückläufig, Innovationen Fehlanzeige. Das erzählt Geschäftsleitungsvorsitzender Stefan Leitz ganz offen zur Begrüßung an Bord des Museumsschiffs "Cap San Diego".

Vor der Kulisse der Elbphilharmonie stimmen er und Vertriebschef Volker Büttel die rund 70 Teilnehmer auf einen metaphorischen Turn mit der "MS Kühne" ein. Die Nachwuchskräfte aus Handel und Industrie erfahren, was es heißt als Konzernmanager in den Mittelstand zu wechseln, sich mit Gesellschaftern auseinanderzusetzen und bei Krisen "selbst in den Maschinenraum zu gehen", um ein Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, das 2022 sein 300-jähriges Bestehen feiert.

Für eine Traditionsmarke wie Kühne gilt es jüngere Menschen zu begeistern – etwa mit Katerkiller-Gurken und Gemüsechips. Wie er letztere dem Handel schmackhaft gemacht hat, erläutert Arne-Julian Krause, Key Accounter und Preisträger der LZ-Stiftung Goldener Zuckerhut, am Stammsitz von Kühne: Frauen als Zielgruppe, verschiedene Würzungen als USP und ordentlich Spanne.

In das E-Center in der Rindermarkthalle St. Pauli, wo der YBF-Storecheck stattfand, haben es die Gemüsechips geschafft. Die Größe von 5000 qm, die Kiez-Nähe sowie das "sehr bewusste Publikum" machen laut Susann Meyer, Mitglied der Inhaberfamilie, den Standort aus. "Unsere Kunden lesen die Zutatenliste", betont sie. In der Getränkeabteilung hat die Trend-Marke Fritz-Kola eine Wand für sich. Die Facings spiegelten die Abverkaufslisten wider, so Meyer.

Save the Date für die YBF

"Food-Future am POS – Vom digitalen Wandel profitieren" ist das Thema der nächsten Young Business Factory der LZ am 4./5. September in Frankfurt.
Themen: Marketing zwischen eFood und Food-Porn, Amazons Lust auf Lebensmittel sowie Profilierung für Handel und Marke. Inkl Storecheck im Scheck-in-Center Mainz.
Infos: lebensmittelzeitung.net/ybf.

Auf der Tour durch den Markt bekommen die Young Professionals die Aufgabe, innerhalb verschiedener Warenkategorien Produkte abzulichten, die sie kaufen würden. Fritz-Kola gehört zu den Favoriten. Für Bastian Scherbeck von der Werbeagentur Kolle Rebbe, entspricht das dem Trend zur Deindustrialisierung, zum "gefühlten Hand-Made". Marken müssten in der Informationsflut ihre Geschichte relevant erzählen. Für Handelsveteran Hermann Willi Braun ist TV-Werbung nach wie vor unabdingbar. Letztlich müsse alles in die Positionierung einer Marke einzahlen, so der Ex-Rewe- und Ex-Ferrero-Mann. Ein gutes Beispiel sei die irische Marke Kerrygold, die Marketingchef Michael Brune zuvor präsentiert hat. "Nutzen Sie all ihre Sinne", gibt Kühne-Chef Leitz dem Branchennachwuchs mit auf den Weg, bevor die YBF auf der "MS Kühne" ihre Segel streicht.

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