Ausbildung unter Corona-Bedingungen: "Wir sin...
Ausbildung unter Corona-Bedingungen

"Wir sind näher zusammengerückt"

Nestlé
Nestlé-Trio: Arno Selcuk (r.), Ausbilder am Standort Osthofen mit den Azubis Tim Bergsträsser (l.) und Marcel Hasselmann.
Nestlé-Trio: Arno Selcuk (r.), Ausbilder am Standort Osthofen mit den Azubis Tim Bergsträsser (l.) und Marcel Hasselmann.
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Die Pandemie hatte für die Auszubildenden im Nestlé Health Science Werk in Osthofen nicht nur Nachteile.

"Während des Lockdowns durften wir hier in Büro-Containern unsere Schulzeit verbringen. Wir wurden mit Notebooks und Druckern ausgerüstet und konnten bei Fragen in die Produktionsbereiche gehen", berichtet Tim Bergsträsser, Maschinen- und Anlagenführer im zweiten Lehrjahr. Dazu Arno Selcuk, Ausbilder am Standort Osthofen: "Präsenz vor Ort war mir ganz wichtig, denn bei Tims Beruf geht es manchmal ja auch darum, Metall oder Kunststoff zu bearbeiten. Das ist im Homeoffice unmöglich." Die Berufsschulen seien im ersten Lockdown sehr verloren gewesen. "Es war auf jeden Fall ein Bildungseinschnitt." Marcel Hasselmann, im dritten Lehrjahr Fachkraft für Lebensmitteltechnik, freut sich auf ein neues Lehrjahr mit offenen Schulen: "Live, mit Tafel und allen zusammen im Raum, bin ich einfach produktiver. Und im Austausch mit den Azubis aus dem zweiten Lehrjahr habe ich schon gemerkt, dass unser Abstand nicht allzu groß ist." In Gruppen über Teams hätten sich die Azubis vernetzt, den Stoff verglichen und sich gegenseitig Nachhilfe gegeben. "Aber das Wissen aus der Zeit des Lockdowns fehlt mir."
Um Prüfungen gut vorzubereiten, hat Arno Selcuk einige Extra-Training in überbetrieblichen Zentren organisiert. Zum Start des neuen Ausbildungsjahrs wird mehr Teambuilding möglich sein als 2020. "Wir haben einen Tag mit Grillen, einem Parcours und Spielen für die Neuen geplant", sagt Marcel. Auch Selcuk ist optimistisch: "Es ist jetzt mehr möglich, weil wir beispielsweise durchs Testen besser vorbereitet sind." Im Herbst sei eine Besichtigung des Werks in Nonnweiler geplant, wo Wagner-Pizza produziert wird. So etwas ging vorher nicht wegen des Reiseverbots bei Nestlé. Etwa Gutes kann Selcuk dem letzten Ausbildungsjahr trotzdem abgewinnen: "Ich habe die Azubis viel mehr gesehen als sonst und konnte nachsteuern bei schulischen Fragen oder spontan etwas organisieren. So haben die Azubis ein Video über Arbeitssicherheit erstellt und halfen bei Sonderaufgaben wie dem Aufbau des Impfzentrums. "Wir sind näher zusammengerückt. Und vom Umgang mit digitalen Tools haben wir alle profitiert", sagt Selcuk. Technische Azubis müssten normalerweise nicht so schnell mit dem Notebook arbeiten. "Industrie 4.0 ist für uns ein großes Thema. Das geht also in die richtige Richtung."



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